Umstrittene Toilette weicht

PISSOIR-STREIT Denkmalschutz und Stadt vereinbaren weiteres Vorgehen

Das Schicksal des umstrittenen Toilettenhäuschens am Weilburger Denkmalplatz scheint besiegelt. (Foto: Vetter)

Die Denkmalpflege hat zwar nichts gegen den jetzigen Standort, will aber, dass „das serielle und gestalterisch unpassende Toilettenelement“ an dieser Stelle umgesetzt und durch einen adäquat gestalteten Neubau ersetzt wird.

Einen genehmigungsfähigen Entwurf will das Amt gemeinsam mit der Stadt und der Unteren Denkmalschutzbehörde erarbeiten. In den kommenden Wochen, teilte Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) im Stadtparlament mit, soll ein neuer Standort für das alte Toilettengebäude festgelegt werden.

In einem Schreiben an den Weilburger Bürgermeister geht Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, davon aus, dass der Neubau der Toilettenanlage schnellstmöglich geplant und umgesetzt wird. Als Termin nennt Harzenetter den Herbst 2017, spätestens aber das Frühjahr 2018. Solange will der Denkmalschutz den aktuellen Zustand noch tolerieren. Die anfallenden Mehrkosten von knapp 10 000 Euro seien der Eigenschadenversicherung der Stadt gemeldet worden, teilte Schick mit.

Der Bürgermeister nutzte die letzte ordentliche Stadtverordnetensitzung seiner ablaufenden Amtszeit zu einem positiven Kassensturz für die Stadtgruppe Weilburg, zu der neben der Verwaltung auch die Stadtwerke, das Wasserwerk, die Gemeinnützige Wohnungsbau und der Abwasserverband zählen. Am 30. Juni 1993, zum Beginn seiner Amtszeit, habe der Schuldenstand 28,15 Millionen Euro betragen. 24 Jahre später, am 30. Juni 2017, habe sich der Schuldenstand auf 24,52 Millionen Euro verringert. Die Zinsen, die dafür zu zahlen sind, seien zu fast 87 Prozent über die ganze Laufzeit festgeschrieben, betonte Schick. Den Schulden stehen im gleichen Zeitraum Investitionen in einer Höhe von 173 Millionen Euro gegenüber.

Stadt Weilburg hat derzeit 1,9 Millionen Euro auf dem Girokonto

Dank des Schutzschirms und guten Wirtschaftens würden bereits Ende 2015 keine Altfehlbeträge mehr in der Bilanz ausgewiesen. Zum 15. Mai 2017 habe die Stadt auf ihren Girokonten ein Plus von rund 1,9 Millionen Euro, sodass sie aktuell keine Kassenkredite in Anspruch nehmen müsse. Die Gewerbesteuereinnahmen seien zum 18. Mai 2017 auf einem Stand von 6,069 Millionen Euro bei einem Haushaltsansatz von 5,25 Millionen Euro.


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