Urologen im Dialog

Chat zu Prostatabeschwerden auf www.lahn-dill-kliniken.de

Einige Fragen und Antworten aus dem Chat sind hier zu lesen:

Ich bin 68 Jahre und habe eine stark vergrößerte Prostata (60 ml). Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es in Ihrer Klinik?

Dr. med. Enis Tanovic: In Ihrem Alter und bei dieser Prostatagröße kämen multiple Therapie-Optionen infrage, d. h. von einer medikamentösen Behandlung über minimal-invasive Resektion der Prostata durch die Harnröhre mit der Elektroschlinge bis zur Laserung der Prostata. Leiden Sie gerade an Symptomen wie z.B. nächtliches Aufstehen, vermehrter Drang auf die Toilette zu gehen, ein Restharngefühl, Brennen beim Wasserlassen?

Ich muss nachts etwa dreimal aufstehen und habe das Gefühl die Blase ist nie ganz leer.

Dr. med. Enis Tanovic: Das spricht schon dafür, dass Sie unter einem benignen Prostatasyndrom (kurz BPS genannt) leiden, also an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata.

Klinik legt nach kompletter Diagnostik die richtige Therapie fest

Um die optimale und richtige Methode der Therapie für Sie festzulegen, sollten wir weiterführende Diagnostik mit Ultraschall-Untersuchung, Harnstrahlmessung, PSA-Bestimmung und Volumetrie der Prostata durchführen. Erst wenn die komplette Diagnostik abgeschlossen ist, können wir die optimale Therapiewahl festlegen.

Mein PSA-Wert liegt bei über 10. Würden Sie mir zu einer Biopsie raten?

Dr. med. Enis Tanovic: Bei einem PSA > 10 ng/ml sollte ein Prostatakarzinom bzw. eine bösartige Krankheit der Prostata ausgeschlossen werden. Wann wurde der PSA-Wert bei Ihnen abgenommen?

Vor ca. zwei Wochen.

Dr. med. Enis Tanovic: Hatten Sie zu dem Zeitpunkt auch ein Symptom oder einen Harnwegsinfekt? Wie groß ist aktuell Ihr Prostatavolumen?

Nein, ich habe keine Beschwerden. Mein Prostatavolumen liegt bei 25 ml.

Dr. med. Enis Tanovic: Bei Ihren aktuellen Angaben würde ich Ihnen eine Prostatabiopsie empfehlen. Es ist eine ambulante Diagnostik und man kann bei Ihnen ein Prostatakarzinom ausschließen oder ggf. doch bestätigen und damit rechtzeitig eine Therapie einleiten.

Ist das eine schmerzhafte Untersuchung?

Dr. med. Enis Tanovic: Schmerz ist natürlich ein subjektives Gefühl. Fairerweise muss man sagen, dass die Prostatabiopsie eine unangenehme Diagnostik ist, die aber in Lokalbetäubung für den Patienten gut zu vertragen ist. Sie wird ambulant durchgeführt. Die Patienten vertragen diese Diagnostik gut und kommen ca. fünf Tage nach der Biopsie wieder zu uns, um den histologischen (feingeweblichen) Befund auszuwerten sowie das weitere Prozedere in einem gemeinsamen Gespräch festzulegen.

Welche Vor- und Nachteile haben die Prostata-Laserung und die Prostataresektion?

Dr. med. Achim Elert: Es gibt kein ideales Operationsverfahren, sondern dieses muss jeweils auf den Patienten zugeschnitten sein.

Prostataresektion: Vorteile: Sicher, schnell und führt schnell zum gewünschten Ergebnis, schnell wieder gut Wasser lassen zu können. Nachteil: Bei sehr großer Prostata kann es etwas vermehrt bluten während des Eingriffs.

Prostata-Laserung: Vorteile: Geringerer Blutverlust, weniger Kreislaufbelastung durch die Spülflüssigkeit. Nachteile: Langsamer (längere OP-Zeit), Zeitraum bis man wieder gut Wasser lassen kann deutlich länger sein.

Grundsätzlich kommt die Resektion für sonst gesunde und jüngere Patienten infrage, die Laserung eher für ältere und am Herzen vorerkrankte Patienten.

Das vollständige Chatprotokoll finden Sie auf www.lahn-dill-kliniken.de.


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