Verdrängung und Wahrheit tritt zu Tage

Arnon Goldfinger verblüfft mit "Die Wohnung"
Regisseur Arnon Goldfinger begibt sich mit seiner Mutter auf Spurensuche nach der Geschichte seiner Ahnen. (Foto: Salzgeber)

In besagter Wohnung haben Gerda und Kurt Tuchler, die Großeltern des Regisseurs, nach ihrer Flucht und Vertreibung in den frühen Dreißigern aus Deutschland 70 Jahre lang gelebt. Der Holocaust ließ sie ihr geliebtes Berlin verlassen, doch die Erinnerung lebte in ihnen fort, ihre Wohnung in Tel Aviv wurde für sie zu einem Stück Berlin mitten in Israel.

Bei der Wohnungsauflösung nach dem Tod der Großmutter stellt Enkel Arnon fest, dass nichts weggeschmissen wurde, und so laden ihn und seine Mutter unzählige Briefe, Fotos und Dokumente zu einer Spurensuche in der Vergangenheit und damit in der alten Heimat der Großeltern ein. Ihre größte Überraschung ist dabei, dass das jüdische Ehepaar auch noch nach dem Krieg mit der Familie eines SS-Offiziers eng befreundet war.

Während Goldfinger zunächst erzählt, wie das Leben eines Menschen verschwindet und nur noch in den Gegenständen, die er zurücklässt, weiterlebt, macht er sich dann daran, dieser eigentlich unfassbaren Familiengeschichte auf die Spur zu kommen, das Gespinst aus Verdrängung und Wahrheit in der eigenen Familie wie bei den Nachkommen des SS-Offiziers zu lüften.

Der Film läuft am Sonntagmittag um 12 sowie am Dienstag und Mittwoch um 19.30 Uhr im Licher "Traumstern"-Kino.

Laufzeit: 97 Minuten; FSK: frei ohne Altersbeschränkung.


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