Verhalten des Dezernenten war daneben

Doch Kaufmann-Ohl als Ausländerfeind abstempeln zu wollen, ist grotesk. Da dürfte der Grünen-Politiker  über jeden Zweifel erhaben sein – auch in der Kreistags-Opposition. Dass die CDU dennoch versucht, politischen Profit zu schlagen aus der Auseinandersetzung mit ihrem Parteifreund Ismail Tipi, ist  nachvollziehbar.

Kaufmann-Ohl hat den Konservativen eine Steilvorlage geliefert. Egal aus welchen Beweggründen, ob aus gekränkter Eitelkeit oder aus Verärgerung über einen Artikel in dieser Zeitung, in dem sich Tipi tags zuvor kritisch zur Einführung des Islamunterrichts an Hessens Schulen geäußert hatte – das Verhalten des Dezernenten war – gelinde gesagt – gewaltig daneben. Und nicht nur für einen Politiker inakzeptabel.

Da ist am Ende fast egal, ob unbedacht das Wort "Schmarotzer" gefallen ist oder nicht, oder ob der Gast in irgendeiner anderen Form beleidigt wurde. 

Die Grünen haben die Chance verstreichen lassen, sich frühzeitig zu distanzieren. Womöglich hätte Kaufmann-Ohl den Fehler sogar eingestanden und sich entschuldigt, hätte die CDU nicht die Tür zugemacht, indem sie die NS-Zeit bemühte. Diese Debatte hat am Ende mehr geschadet, als dass sie von vornherein hätte klären können. Eine noch schlimmere Eskalation hat zum Glück Clemens Reif mit seinem versöhnlichen Vorstoß verhindert.


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