Vier Städte machen gemeinsame Sache

POLITIK Interkommunale Zusammenarbeit startet bei den Themen Versicherungswesen und Tourismus

Es geht um die Zusammenlegung des Versicherungswesens der vier Städte. Gibt es bisher in jeder Verwaltung Mitarbeiter, die sich um die Versicherungen der jeweiligen Stadt kümmern, soll dies künftig bei einer Person gebündelt werden, erklärt Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) auf Nachfrage. Der Vorteil sei, dass sich der Mitarbeiter dann darauf spezialisieren könne. Außerdem hoffen die Kommunen darauf, günstigere Angebote zu bekommen, wenn gemeinsam Versicherungen abgeschlossen werden. In welcher Stadt das Versicherungswesen angesiedelt wird, steht laut Schick noch nicht fest. Gestartet werden soll aber noch in diesem Jahr.

In Sachen Tourismus könnte ab Anfang kommenden Jahres ebenfalls zusammengearbeitet werden. Denkbar sei eine GmbH; die Entscheidung stehe aber noch aus, sagt Schick.

Weitere Vorschläge, bei welchen Aufgaben die Kommunen zusammenarbeiten können, sollen noch erarbeitet werden.

Kosteneinsparung von 15 Prozent ist das Ziel

Dabei kommt alles auf den Prüfstand: von Ausbildung über Personalverwaltung, IT, Finanzen, Standesamt, Bauverwaltung bis zur Besorgung von Zuschüssen. Denn die Ziele sind klar: Die Leistungsfähigkeit der vier Städte soll gesteigert und dabei Kosten in Höhe von 15 Prozent eingespart werden, heißt es in der Beschlussvorlage von Bürgermeister Schick für die Weilburger Stadtverordneten.

Die stimmten jüngst einstimmig dafür, die Kooperation voranzubringen, das Versicherungswesen zu bündeln und eine gemeinsame Tourismusstruktur zu finden. "Das lässt sich alles sehr gut an", befand SPD-Fraktionschef Christian Radkovsky, dessen Fraktion mit einem Antrag den Stein ins Rollen gebracht hatte. Wichtig sei, dass die vier Kommunen auf Augenhöhe unterwegs seien.

44 236 Einwohner zählen Weilburg, Braunfels, Leun und Solms zusammen. Das Gebiet der vier Städte mit insgesamt 27 Stadtteilen erstreckt sich über 166 Quadratkilometer.

Im Mai 2015 hatten die Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher eine Grundsatzerklärung unterzeichnet. Für die Zusammenarbeit können die vier Städte auf finanzielle Hilfe aus Wiesbaden und Brüssel setzen. Das Land hat 60 000 Euro als Zuschuss für die Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt. Seitens des Landes können bis zu 750 000 Euro bereitgestellt werden. Aus dem EU-Leader-Programm der Landkreise Lahn-Dill und Limburg-Weilburg kommen insgesamt 50 000 Euro hinzu.


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