Viszeralmedizin in Weilburg

KRANKENHAUS Kooperation von Fachabteilungen ermöglicht hochqualitative Patientenbehandlung

Privatdozent Dr. med. Christian Kuntz (links) und Dr. med. Markus Hofmann mit dem neuen Endosonographiegerät. (Foto: Krankenhaus)

"Für die immer komplexer werdenden Anforderungen an Diagnostik und Therapie von Patienten mit Krankheiten des Bauchraumes - wie etwa chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Gallensteinleiden, Pankreaserkrankungen, aber auch Tumore der Verdauungsorgane - ist eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachgebiete zwingend erforderlich".

Das erklären Privatdozent Dr. Christian Kuntz, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Weilburger Krankenhaus, und Dr. Markus Hofmann, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie.

"Mit der engen Verzahnung von Gastroenterologie und Bauchchirurgie (Viszeralchiurgie) im Bereich Viszeralmedizin wird die Behandlung dieser Patienten mit gutartigen und bösartigen viszeralen Erkrankungen optimiert und eine kompetente Versorgung gewährleistet", so die Mediziner aus Weilburg.

Die Organisationsstrukturen für eine solch intensive Kooperation werden derzeit im Krankenhaus Weilburg etabliert. Christian Kuntz und Markus Hofmann entwickeln Konzepte, um Patienten mit Erkrankungen des Verdauungstraktes von Anfang an interdisziplinär zu betreuen.

"Eine solche Kooperation beginnt mit der gemeinsamen Beurteilung von Patienten mit unklaren Bauchschmerzen, die unsere Notaufnahme aufsuchen, und führt über die gemeinsame stationäre Betreuung dieser Patienten mit interdisziplinärer Abstimmung über Art und Umfang der Diagnostik hin zu einer individualisierten Therapieentscheidung", führt Privatdozent Kuntz aus.

Den Patienten werden unnötige Untersuchungen erspart

Hofmann fügt hinzu: "So werden unsere Patienten nicht nur schneller erfolgreich behandelt, wir wollen den Erkrankten auch unnötige Untersuchungen ersparen. Wichtige Informationen gehen nicht verloren, das steigert die Patientensicherheit. Verlängerte Wartezeiten und häufige Arztwechsel können ebenso vermieden werden, wie ein internes ,Verlegungskarussell‘."

Ganz praktisch bedeutet das zum Beispiel, dass, wenn immer möglich, Tumorbefunde während einer endoskopischen Untersuchung direkt einem Chirurgen demonstriert werden.

Die leistungsstarke Endoskopie unter Leitung von Dr. Hofmann nutzt sogenannte interventionelle Methoden wie die Blutstillung bei blutenden Geschwüren, Fremdkörperentfernungen, die Anlage von Ernährungssonden, das Aufweiten von Engstellen im Magen-Darm-Trakt oder die Einlage von Metallröhrchen (Stents) zur Überbrückung von Engen, die beispielsweise durch Tumore entstehen können.

Auch die Steinentfernung aus dem Gallengang, die sogenannte ERCP, zählt hierzu. Neben den umfangreichen endoskopischen Untersuchungsmethoden, den Möglichkeiten des Ultraschalls und der rund um die Uhr verfügbaren Computertomographie steht den beiden Abteilungen jetzt auch ein Endosonographiegerät zur Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane "von innen" zur Verfügung.

Mit dieser Methode können etwa kleinste Geschwulste erkannt oder Ausbreitungsstadien von bösartigen Tumoren in der Organwand des Magen-Darm-Traktes festgestellt werden.

Man kann außerdem erkennen, ob Lymphknoten in der Umgebung befallen sind als Kriterien, die Einfluss auf das therapeutische Vorgehen nehmen und im Rahmen einer wenig belastenden Untersuchung erhoben werden können.

Die Beurteilung, ob Steine den Gallengang verlegen, ist mit dieser Methode äußerst patientenschonend und ohne Strahlenbelastung möglich. (mb)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet