Vom Dachdecker zum Climaworker

HANDWERK Innung ehrt verdiente Mitglieder

Ehrungen bei der Dachdecker-Innung: (v.l.) Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Frank Interthal, Frank Feist, Dieter Weigel und der Innungsobermeister Fred Schneider. (Foto: Frankenberg)

Das Handwerk passe man sich den Marktbedürfnissen an, führte Schneider aus. Ein Dachdecker sei heute auch ein "Climaworker" und ein Berater für Kunden, die die "Alles-aus-einer-Hand-Lösung" schätzten. Dies bedeutet, dass die Handwerksfirmen mit vielen Partnern zusammenarbeiten. Für sie sind heute Dinge selbstverständlich, die vor 20 Jahren noch nicht denkbar waren. Fred Schneider zählte unter anderem Photovoltaik- und Solaranlagen zur Stromgewinnung und Warmwasserbereitung auf. Zwar folgte nicht jeder Betrieb von Anfang an diesem Trend, so Schneider, doch einige Kollegen hätten sich spezialisiert. Manche Betriebe stellten deshalb Spezialisten wie zum Beispiel Elektriker fest ein.

Mit Drohnen Gebäude von oben vermessen

Dieser Trend zum breitgefächerten Berufsbild des Dachdeckers werde sich noch verstärken, so die Prognose von Fred Schneider. Die Mitarbeiter müssten zielführend schulen und breiter aufstellen werden. Fred Schneider zitierte den alten Spruch "Das kannst du halten wie ein Dachdecker", der ausdrücke, dass man von unten ja nichts  sehe. Das sei nicht mehr gültig. Mit Techniken wie Drohnen und Quadrocopter könne der Dachdecker hochauflösende Fotos erstellen, dadurch das Dach vermessen oder Bestandsgebäude aus der Luft erfassen.

Für das Handwerk sei es entscheidend, neue Trends mitzunehmen und sich diesen nicht zu verweigern. Nur so könnten mehr Umsätze erwirtschaften werden.

Apropos Umsätze: Begünstigt durch den milden Winter sind die Betriebe "gut zu Gange" gewesen, so Schneider. Zwar waren die Umsatzzahlen in den letzten fünf Quartalen leicht im Minus. Schneider ist sich aber sicher, dass das Handwerk in diesem Jahr ein Umsatzplus zwischen 1,5 bis 1,7 Prozent erreichen wird. Als "schwierig" bezeichnete der Obermeister, dass es für Sanierungsmaßnahmen kaum steuerliche Anreize gebe. Diesen Punkt will der Zentralverband bei anstehenden Wahlen stärker vorbringen. 

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde Dieter Weigel (Wallau) mit der Ehrenurkunde der Handwerkskammer Kassel zu dessen 40-jährigem Meisterjubiläum ausgezeichnet. Vor 25 Jahren absolvierte Frank Feist (Steinperf) seine Meisterprüfung. Auch er erhielt eine Ehrenurkunde. Die Firma Thorsten Schneider GmbH (Lixfeld) sollte für ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum geehrt werden, leider war kein Vertreter anwesend, so dass die Ehrenurkunde zu einem späteren Zeitpunkt überreicht werden soll. (ef)


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