Was das Leben im Innersten zusammenhält

FORSCHUNG Marburger Zellbiologie wird mit einer Million Euro gefördert

Ein Forscherteam der Uni Marburg will den Schlüsselprozessen des Lebens auf die Spur kommen. Ihre Arbeit wird nun vom von der Reinhart-Koselleck-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit einer Million Euro unterstützt. (Foto: Rolf K. Wegst)

Das Forscherteam um den Leibniz-Preisträger und Leiter des Marburger Instituts für Klinische Zytobiologie und Zytopathologie, Prof. Roland Lill, untersucht auf molekularer Ebene, wie in bestimmte Proteine die sogenannten Eisen-Schwefel-Cluster eingebaut werden. Diese Proteine sind an der Energiegewinnung, der Proteinsynthese sowie der DNA-Synthese beteiligt - also an essenziellen Zell- und damit Lebensprozessen.

"Für die Bildung dieser für die Zellen lebenswichtigen Eisen-Schwefel-Verbindungen im Cytosol, das ist die lösliche Grundsubstanz im Zellinnern, ist eine komplexe Abfolge biochemischer Reaktionen notwendig. Insgesamt sind an dieser Synthese 30 Proteine in der Zelle beteiligt", erklärt Lill.

Elf "CIA-Proteine" identifiziert

Das Zusammenwirken dieser einzelnen Proteine bei der Eisen-Schwefel-Proteinbildung gleiche den Produktionsabfolgen in einer komplizierten Maschine. Daher prägten Lill und sein Team den Begriff "CIA" für die Cytosolische Eisenschwefel-Protein-Assemblierungsmaschinerie.

Die Forschenden um Lill identifizierten bisher elf sogenannte CIA-Proteine. "Wie diese Proteine genau arbeiten, wissen wir noch nicht und wollen es deshalb im Rahmen der Koselleck-Förderung herausfinden", sagt Lill. (red)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet