Was hilft bei Prostata-Problemen?

DIREKTER DRAHT Urologe Dr. Achim Elert beantwortet die Fragen der Leser

Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt und produziert einen Teil des Spermas. Sie liegt unterhalb der Harnblase und umkleidet den Anfangsteil der Harnröhre.

Ein 88-jähriger Leuner muss insbesondere bei Anstrengung, aber auch nachts Wasser lassen und nimmt Wassertabletten ein.

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 Offensichtlich stimme hier etwas mit der Blase oder der Prostata nicht, wies Dr. Elert hin. Urin sollte beim Hausarzt untersucht werden und ein Ultraschall der Blase klären, ob sie ganz entleert werde.

Wenn viel Wasser im Körper sei, müsse zwischen Hausarzt und Urologe abgeklärt werden, inwiefern Wasser ausschwemmende Tabletten reduziert werden könnten.

Eine Prostata-Abtastung samt Ultraschall habe keine Befunde ergeben, berichtete ein Greifensteiner. Der zuletzt alle drei Monate gemessene PSA-Wert liege jedoch bei 3,5 bis 4,5 und habe davor 1,0 bis 1,2 betragen.

 "Dass der Wert mal ansteigt, passiert schon mal und muss nicht auf etwas Bösartiges hinweisen", beruhigte der Facharzt den 69-jährigen Anrufer. Man sollte den Wert aber im Auge behalten. Steige er aber weiter, helfe eine Prostatabiopsie zu klären, ob eine Entzündung oder gar Krebs vorliege.

Bei Prostatakrebs mit anschließender Bestrahlung kann eine Impotenz eintreten

Seit 15 Jahren klagt ein 76-Jähriger aus Waldsolms über eine chronische Prostataentzündung mit Beschwerden beim Wasserlassen und nimmt Antibiotika dagegen. Ob es etwas anderes dagegen gebe, lautete seine Frage.

Eine bakterielle Entzündung werde im Allgemeinen mittels Antibiotika behandelt, klärte der sei 1. Mai 2014 als Nachfolger von Dr. Georg Kleinhans tätige Chef der Wetzlarer Urologie auf. Handele es sich um eine nichtbakterielle Entzündung, seien dagegen Medikamente hilfreicher, die die Blase beruhigten. Helfe nichts, könne man es noch mit Akupunktur oder Kurzwellenbehandlung probieren.

 Nach einer erfolgreich behandelten Prostataentzündung habe er nun Schmerzen in der rechten Leiste, klagte ein Anrufer aus Sinn. "Ist das normal?", fragte der 67-Jährige. 

Der Urologe sollte nachsehen, ob nicht die (Neben)Hoden entzündet seien und die Gegend nach einem Leistenbruch abtasten, empfahl Dr. Elert. 

Eine vergrößerte Prostata ist das Problem eines 75-jährigen Mannes. Es bleibe auch immer Restharn in der Blase.

Eine wachsende Prostata drücke zunehmend auf die Harnröhre, wusste der in Hüttenberg beheimatete Spezialist. Gegend diesen Widerstand müsse die Blase bei der Entleerung ankämpfen. Das gehe irgendwann dann nicht mehr. Bleibe zu viel Urin zurück, bestehe die Gefahr einer Infektion, eines Urinrückstaus bis hin zur Niere mit möglichem Nierenversagen und eine Beschädigung der Blase.

Komme man medikamentös nicht weiter, sei eine schonende endoskopische Operation die bessere Alternative als ein Katheter. 

Könne er denn das Medikament Finasterid langfristig einnehmen bei einer vergrößerten Prostata, wollte ein Breitenbacher wissen, der 79 Lenze zählt. 

Grundsätzlich sollte man seinen PSA-Wert abklären lassen, bevor man das Medikament verschreiben lasse, riet Dr. Elert. Denn es halbiere den Wert künstlich, was natürlich den wahren Wert verschleiere. Sei der Wert erhöht, sollte man zunächst abklären lassen, warum dies so sei.

Wann komme bei einer gutartigen Prostatavergrößerung eine Operation wie etwa die Lasertherapie infrage, wollte ein 80-jähriger Waldsolmer wissen.

"Vor einer eventuellen Operation sollte unbedingt eine medikamentöse Therapie mit dem Ziel, die Prostata zu entspannen, durchgeführt werden", gab sich der in Düsseldorf geborene Mediziner überzeugt.

Operativ könne man die Prostata zum Beispiel mittels "GreenLight-Laser" dann schonend bei Voll- oder Teilnarkose quasi verdampfen.

Nachdem er, 72-jährig, vor zwei Jahren an der Prostata bestrahlt worden sein, habe er bei vorhandener Libido keine Erektion mehr und beim Höhepunkt tröpfele nur wenig Sperma heraus.

Bei Prostatakrebs mit anschließender Bestrahlung könne in der Tat eine Impotenz eintreten, bestätigte Dr. Elert dem Wetzlarer. Nerven, die für die Versteifung notwendig seien, könnten beschädigt sein.

Einen Versuch wert könnten entweder die Einnahme von viagraähnlichen Medikamenten sein oder eine Schwellkörperautoinjektionstherapie mittels Spritze, wobei die richtige Dosis gefunden werden müsse.


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