Was ist Islam, was Islamismus?

AUSSTELLUNG "Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland" macht im Polizeipräsidium Station

Zur Ausstellungseröffnung im Polizeipräsidium mit Mittelhessens Polizeipräsident Manfred Schweizer (2. von links) und Landespolizeipräsident Udo Münch (6. von links) sind interessierter Bürger und Vertreter der Städte und Gemeinden der Region gekommen - zum Beispiel (von rechts) die Bürgermeister Bernd Heine (SPD, Waldsolms) und Horst Röhrig (SPD, Langgöns) und Markus Deusing (SPD, Mittenaar). (Foto: Lamberts/GA)

Es handele sich um ein vielschichtiges und hochaktuelles Thema, erklärte Polizeipräsident Manfred Schweizer zur Begrüßung der Gäste. Die Ausstellung trage dazu bei, den nicht allen geläufigen Unterschied zwischen Islam und Islamismus aufzuzeigen. Schweizer zeigte sich erfreut, dass sich bereits 30 Schulklassen angemeldet hätten.

Münch: Deutschland ist auch Zielobjekt

Auf eine kurze Zeitreise nahm Landespolizeipräsident Udo Münch die Gäste mit. Mit den Anschlägen in New York 2001 beginnend, über Spanien und Mailand sei die Bundesrepublik zunächst lediglich Rückzugsraum für islamistische Terrorgruppen gewesen. Doch seit der Sauerlandgruppe und zuletzt dem Zugriff in Oberursel müsse allen klar sein, dass Deutschland nun auch Zielobjekt sei.

Wie Münch hob auch Bernd Adolph, Referatsgruppenleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz, die Problematik aller beteiligten Behörden hervor, sich dieser Bedrohung zu stellen. Die islamistische Szene verändere sich ständig und gewinne durch geschickte Propaganda in steigendem Maße besonders junge Anhänger hinzu, die zum Kampf, derzeit in Syrien, bereit seien oder kämpferisch ausgebildet nach Deutschland zurückkehrten.

Die Ausstellung zeigt die Widersprüche des Islamismus - also des Missbrauchs der Religion für politisch ideologische Zwecke - zur freiheitlich demokratischen Grundordnung auf. Sie beleuchtet die verschiedenen Erscheinungsformen, Ziele und Aktivitäten islamistischer Organisationen in Deutschland. Zentrales Anliegen der Ausstellung ist, klar zwischen der Weltreligion Islam und der extremistischen Ideologie des Islamismus zu unterscheiden. Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur geistig-politischen Auseinandersetzung mit dem Islamismus. Sie will die Grenzlinie zwischen grundrechtlich geschützter Religionsausübung und der Instrumentalisierung einer Religion im Zeichen einer menschenverachtenden Ideologie verdeutlichen.

Die Ausstellung richtet sich an alle politisch interessierten Bürger und Menschen aller Glaubensrichtungen. Angesprochen sind vor allem Schüler, insbesondere der Sekundarstufe II.

- Die Ausstellung im Polizeipräsidium in der Ferniestraße ist bis Freitag, 12. Juni, kostenlos zugänglich und kann montags bis mittwochs von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr besichtigt werden. Schulklassen und Gruppen erhalten nach Anmeldung unter Telefon: (06 41) 70 06 31 41 eine Einführung. (jl/ga)


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