Was tun, wenn es ernst wird?

Katastrophenschutzstab übt den Notfall

Landrat Wolfgang Schuster (7. v. re.) besuchte die Stabsmitglieder an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler. (Foto: ldk)

Rund 20 Mimen und drei Dozenten haben dafür gesorgt, dass die Stabsmitglieder immer genug zu tun hatten. Angeboten wurde das Seminar von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundes, kurz: AKNZ, im Rheinlandpfälzischen Ahrweiler.

Die Ausgangslage für das Team aus dem Lahn-Dill-Kreis, das sich räumlich etwas umorientieren musste, war umfangreich: Die Szene spielt in einer mittleren Großstadt. Dort hat es einen schweren Güterzugunfall gegeben, es brennt und qualmt stark. Chemikalien treten aus. Die Anwohner und ein Krankenhaus sind gefährdet. Es kommt zu einem Stromausfall in zwei Stadtteilen. Gleichzeitig sind 100.000 Menschen auf einem Medienkunstfestival in der Stadt zu Gast. Die Aufgabe des Stabes war es, die Gefahr abzuwenden, Einsatzkräfte zu versenden und zu koordinieren und natürlich die Menschen in der Stadt zu beschützen. Mit in Ahrweiler war auch Kreisbrandinspektor und Leiter des Stabes Rupert Heege. "Der Stab hatte zunächst die Gefährdungslage zu analysieren und zu bewerten. Hierauf wurden Schwerpunkte gesetzt und Maßnahmen sowie Folgemaßnahmen eingeleitet und umgesetzt."

Ein Schwerpunkt der Großübung lag auf der Medien- und Pressearbeit. Das ist laut Stabsleiter Heege ein essentieller Punkt im Krisenmanagement. Die Entwicklung in diesem Bereich gehe rasend schnell voran. "Informationen jeder Art, ob richtig oder falsch verbreiten sich heute rasend schnell im Internet. Teilweise sind erste Bilder und Kommentare schon vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte online." Eine Social Media Expertin von der AKNZ hat den Stabsmitarbeitern das Leben besonders schwer gemacht: Plötzlich musste gegen die negative Kritik in den Sozialen Medien gerudert werden, am Unfallort mussten Pressevertreter, die die Arbeiten behindert hatten, in Zaum gehalten werden und außerdem stand die Organisation einer Pressekonferenz an.

Aufwendige Übung

Um die realitätsnahe Übung durchführen zu können, musste großer Aufwand betrieben werden. Gut 20 Mimen und drei Dozenten haben den Stab drei Tage lang immer wieder mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. Sie saßen in einem Raum neben dem Stabsraum und waren über ein Telefonnetz und die Stabssoftware TecBos mit dem übenden Stab verbunden. Nicht selten war das schauspielerische Talent der Mimen gefragt, wenn das Telefon klingelte oder eine Anfrage vom Stab kam - sei es, wenn ein Stabsmitarbeiter dringenden den Oberbürgermeister sprechen musste, wenn man sich mit der Polizei abzustimmen hatte oder wenn man den Eventmanager des Konzertes in der Innenstadt bitten musste, eine Lautsprecherdurchsage zu machen. "Diese konzentrierten Übungs- und Trainingseinheiten unter möglichst realen Bedingungen sind notwendig um unserer Mannschaft des Führungs- und Katastrophenschutzstabes auf ihre Aufgaben vorzubereiten und zu trainieren."

Auch Landrat Wolfgang Schuster machte sich bei einem Besuch des Stabes ein Bild von den Fortbildungserfolgen. Er ist überzeugt, dass nur ein gut trainierter Stab die notwendigen Entscheidungen bei Gefahrenlagen im Lahn-Dill-Kreis zum Wohle der Bevölkerung treffen kann. (ldk)


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