Was wird aus dem Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum?

FRAGE DER WOCHE Bad Endbacher Bürgermeisterkandidaten beziehen Position zu einem der wichtigsten Projekte der Gemeinde

Bild 1 von 5

Über die Zukunft des Kultur-, Sport- und Freizeitzentrums (KSF) wird in der Gemeinde seit vielen Jahren gesprochen. Ein zukunftsfähiges Konzept liegt nicht vor, wird aber in der Amtszeit des neuen Bürgermeisters sicher notwendig sein. Alle sechs Bewerber haben die Frage erhalten, nur fünf haben geantwortet. Von SPD-Bewerber Julian Schweitzer lag zum vereinbarten Zeitpunkt keine Stellungnahme vor.

Im KSF-Zentrum findet dann am 4. September auch die große Diskussionsrunde dieser Zeitung mit allen Kandidaten statt. Ab 19 Uhr werden sie auf der Bühne Rede und Antwort stehen und um die Gunst der Wähler werben. Einlass ist an dem Abend um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Armin Müller-Rasmussen (parteilos): Eins steht fest, es muss sich etwas verändern! Denn den Kosten stehen dort nur circa zehnprozentigen Einnahmen gegenüber. Das ist betriebswirtschaftlich eine Katastrophe. Meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Kommunalaufsicht das beanstandet.

Von der Lage ist das Gebäude nicht uninteressant, ich könnte mir vorstellen dort entweder ein Gesundheitszentrum oder einen Gewerbestützpunkt zu erschaffen. Warum nicht gleich beides kombinieren?

Zurzeit ist es für mich fraglich, ob die Gemeinde eine solche Umwidmung selbst finanzieren soll bzw. kann. Aktuell tendiere ich dazu das Objekt an einen Investor zu veräußern.

Aus Gesprächen weiß ich, dass es bereits potentielle Interessenten gibt.

In diesem Punkt würde ich mich besonders über Rückmeldungen aus der Bevölkerung freuen. Gerade bei solchen Investitionen halte ich die Einbindung des Bürgers für besonders wichtig.

Gemeinsam die Zukunft gestalten.

Carsten Stoll (parteilos): Man sollte es dem eigentlich geplant und in den ersten Jahren auch wunderbar umgesetzten Veranstaltungen zurück führen.

Konzerte wie Gunther Gabriel brachten Gäste von weither zu uns.

Natürlich entstehen erst mal Kosten für nötige Renovierungsarbeiten diese kann man aber auch über eventuelle Sponsoren und mal selbst den Pinsel in die Hand nehmen Kosten günstig halten.

Es soll wieder ein Begegnungszentrum für alle Bewohner aber auch für alle Gäste werden.

Henning Hild (CDU): Die Kosten des KSF-Zentrums belasten unseren Haushalt so, dass immer wieder die Frage aufgeworfen wird, was damit geschehen soll.

Der größte Kostenfaktor ist dabei die Finanzierung des Darlehens, das für den Bau aufgenommen wurde. Bei einem Abriss würden diese Kosten weiterhin anfallen, aber der Gegenwert wäre nicht mehr vorhanden. Aus diesem Grund ist für mich ein Abriss die schlechteste Lösung.

Die Lage des KSF-Zentrums ist sehr gut und zusätzlich gibt es ein Restaurant mit einem schönen Biergarten. Viele Vereine aus unserer Gemeinde nutzen das KSF-Zentrum für ihre sportlichen Aktivitäten.

Eine meiner Meinung nach bessere Alternative zu einem Abriss wäre, ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln. Konkret würde das bedeuten, dass man zusammen mit den Vereinen, Veranstaltern und Betreibern alle Möglichkeiten einer geänderten Nutzung in Betracht zieht. Daraus könnten sich für alle Beteiligten neue Perspektiven ergeben, die das KSF-Zentrum doch noch zu einem Erfolg werden lassen.

Volker Jakob (parteilos): Es muss eine Lösung gefunden werden, die die große finanzielle Belastung der Gemeinde beendet.

Karina Schlemper-Latzel (parteilos): Besucht man das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum (KSF) und wirft einen Blick in den Teilerfolgsplan 2017 des Eigenbetriebes, stellt man schnell fest, dass das KSF im jetzigen Zustand für Bad Endbach keinen monetären Vorteil bringt. In einer Diskussion muss berücksichtigt werden, dass Instandsetzungsmaßnahmen anstehen, die nicht ignoriert werden können. So ist das Dach undicht und die darunterliegende Bausubstanz leidet (auf Dauer gesehen); um nur ein Beispiel zu nennen. Andererseits ist ein Haus in dieser Größe im Landkreis nicht oft zu finden und bietet Obdach für Vereine und den Schulsport.

Um die Frage, was aus dem KSF wird, beantworten zu können, fehlt es mir generell an einem Gesamtkonzept in Bad Endbach. Das KSF sollte man, nach meinem Dafürhalten, nicht isoliert betrachten. Alle bereits vorhandenen Einrichtungen spielen bei dieser Überlegung eine Rolle und sollten letztlich ein wirtschaftliches zukunftsfähiges Gesamtbild ergeben. Darüber hinaus müssen bei Überlegungen rund um das KSF die Interessen aller Bürger im Mittelpunkt stehen. (mi/ll)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet