Weidezäune sind eine Todesfalle für flüchtendes Wild

Region. Die Lebensräume und Bewegungs- und Ruhezonen von Rehen, Rothirschen, aber auch von Füchsen, Feldhasen und Wildschweinen werden von Jahr zu Jahr durch unser menschliches Freizeitverhalten und Ansprüche immer massiver eingeschränkt. Die ungestörten Aufenthaltsräume der Tiere werden durchschnitten und verkleinert. Auch freilaufende oder wildernde Hunde sowie Reiter, wilde Feuerstellen mit nächtlicher Unruhe stören das Wild.

Ein besonderes Hindernis mit gravierenden Folgen sind leider auch wechselnde Weidezäune, die von den Tieren - insbesondere bei Fluchtbewegungen - zu spät wahrgenommen werden. Ganz besonders wenn Zäune in typische "Wildwechsel - Korridore" gesetzt sind. Für Rehböcke werden sie zur tödlichen Falle. So zeigen aktuelle Beispiele aus den Dillenburger Revieren, wie grausam die Tiere enden können, wenn sie in Panik in einem solchen Zaun hängen bleiben. Man findet diese Tiere dann häufig stranguliert, verdurstet und verendet in einem Bändergeflecht.

Leider hat sich die Gewohnheit breit gemacht, die mobilen Zäune das ganze Jahr über stehen zu lassen, obwohl die Weidetiere oft nur wenige Tage oder Wochen im Jahr innerhalb der Umzäunung stehen. Alle Weidezaun - Besitzer werden daher dringend aufgefordert, die Drahtlitzen nur während der begrenzten Beweidungszeit zu installieren und die Drähte nach Umsetzen der Weidetiere umgehend wieder zu entfernen, auch während der Vegetationsperiode. Für unsere heimischen Wildtiere bedeutet dieser geringe Mehraufwand der Weidetierbesitzer eine deutliche Gefahrenentschärfung und führt zu mehr Sicherheit für die freilebenden Mitgeschöpfe innerhalb unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft. Seit langem sind Stacheldraht und ähnliche Materialien als Zaunmaterial verboten und ungeeignet. Trotzdem finden sie sich an manchen Stellen in der Landschaft und stellen damit eine große Gefahr dar.

Wer solche Missstände oder auch verletzte Tiere findet, kann sich an die örtlich zuständigen Jagdpächter oder an die Grundstückseigentümer oder ihre Nutzer wenden, damit Abhilfe geschaffen werden kann.

Fragen unter Telefon 02771-896-248 oder -247, eMail umwelt(at)dillenburg.de


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