Weihnachen steht zur Diskussion

Konzert Die Kirchenband Ophilos gestaltet ein bewegendes Klangerlebnis mit viel Botschaft

Solist Dennis Dürrmann überzeugt stimmlich. (Foto: Volkmar)
In dem mit wechselnden Lichteffekten ausgestrahlten Altarraum bietet die Pop-Gruppe Ophilos ein bewegendes Weihnachtsoratorium der anderen Art, das zum Nachdenken anregt. (Foto: Volkmar)
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Etwa 150 Besucher zeigten sich von der Komposition tief bewegt. Denn Schnitter stellt die Weihnachtsbotschaft schonungslos zur Diskussion. Er will provozieren, zum Nachdenken anregen und die Zuschauer durch das Singen bekannter Adventlieder in das Geschehen einbinden, das nach rund 90 Minuten mit einem friedvollen „Hosianna, willkommen Davids Sohn“ endet. Bis dahin aber gibt es ein Wechselbad der Gefühle.

Formell hält sich das Stück an den Aufbau oratorischer Werke mit ihrem Wechsel von Chorgesang, Soloparts und Instrumentalmusik. Dabei gleicht der Handlungsrahmen dieser Kompo-sition eher einer Gerichtsverhandlung. Denn der Inhalt des Werkes wird weitgehend vom Ankläger der Finsternis und seinem Gegenpart, dem Anwalt des Lichtes, bestimmt.

„Alles Große fängt bei Gott klein an“ – mit dem Auftakt-Song ertönt aus der abge-dunkelten Kirche eine Stimme: „Die Sache mit Weihnachten ist Betrug, denn an den Problemen der Menschheit hat sich seit 2000 Jahren nichts geändert. Von Frieden und Gerechtigkeit keine Spur“. Und der Chor nimmt die Anklage auf: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt. Darauf sie all ihr Hoffen stellt“. Dann erhebt die Verteidigung ihre Stimme und wiedersetzt sich dem Vorwurf des Betruges, verweist auf die erfüllten Prophezeiungen und Menschen, de-nen das Kind in der Krippe neue Perspektiven gegeben haben. „Gott ist in die Welt gekommen, aber viele Menschen haben ihn und seine Botschaft des Friedens nicht angenommen.“

Zwischen dem Dialog der Anwälte erklingen, von der 15-köpfigen Band als Soli oder im Chor stimmgewaltig vorgetragen und von den Instrumentalisten begleitet, bekannte und weniger gesungene Advents- und Weihnachtslieder wie „Und der Engel sprach zu Maria, ,siehe du wirst den Erlöser gebären‘“ oder „Meine Seele erhebt den Herrn, und ich freue mich über Gott, meinen Heiland“. So entwickelte sich das Geschehen hin zur Krippe in Bethlehems Stall.

Eine Aufführung der ganz anderen Art, die da in der Walburgis-Kirche über die mit vielfältigen Lichteffekten ausgeleuchtete „Bühne“ ging. Die Band hatte sich auf diese Aufführung bestens vorbereitet, was auch in den vielfältigen Klangfarben zum Ausdruck kam. Leander Worns führte die Truppe sicher und mit viel Umsicht durch die nicht einfache Aufführung.

Erlös aus dem Konzert soll auch beim Haus Emmaus Licht in das Dunkel schwerer Schicksale bringen

Nach einer Zeit der Stille erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen und bedankten sich bei den Akteuren mit stürmischem Beifall. Dafür gab es noch eine Zugabe.

An den Titel angelehnt, sagte ein Band-Mitglied: „Wir wollen Licht ins Dunkel des Wetzlarer Hospiz Haus Emmaus bringen, darum bitten wir um eine großzügige Spende für diese Einrichtung.“

Wer die Aufführungen von „Ophilos“ hören möchte, hat dazu am Sonntag, 10. Dezember, um 19 Uhr in der katholischen Sankt-Markus-Kirche, Berliner Ring, in Dalheim und am Freitag, 15. Dezember, um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Naunheim die Gelegenheit. Auch diese Aufführungen kosten keinen Eintritt, dafür wird um eine Spende für das Wetzlarer Hospiz gebeten.


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