Wenn Kinder vertauscht werden

FAMILIE Koreedas "Like Father, Like Son"

Familienfilme haben derzeit offenbar Konjunktur. Nachdem in der vergangenen Woche der italienische Streifen "Land der Wunder" angelaufen ist, kommt nun der japanische Beitrag "Like Father, Like Son", der im vergangenen Jahr in Cannes den Preis der Jury erhalten hatte, mit Verspätung in die Kinos.

Regisseur Hirokazu Koreeda gilt als Spezialist für Familiengeschichten, wie er 2004 mit "Nobody Knows" ("Die Kofferkinder"), dem beklemmenden Drama einer allein erziehenden Mutter, die ihre vier Kinder sich selbst überlässt, eindrucksvoll bewiesen hat. 2008 folgte mit "Still Walking" ein weiteres Meisterwerk, die Geschichte eines alten Ehepaars, das um seinen Sohn trauert, der einen Ertrinkenden rettete und dabei selbst sein Leben ließ.

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Ryota Nonomiya (Masaharu Fukuyama) ist in "Like Father, Like Son" ein erfolgreicher Architekt, dessen Leben ins Wanken gerät, als er erfährt, dass sein sechsjähriger Sohn nach der Geburt aus Versehen vertauscht wurde. Ryota und seine Frau Midori (Machiko Ono) sind geschockt, zumal sie erfahren, dass ihr Nachwuchs in der Familie eines chaotischen Elektrohändlers aufwächst. Sollen sie nun ihren leiblichen Sohn übernehmen oder den Jungen behalten, der ihnen mit den Jahren ans Herz gewachsen ist?

Koreeda erzählt mit viel Empathie und leisem Humor und zeigt ganz nebenbei, wie völlig konträre Lebensentwürfe ihre Berechtigung haben können.

Laufzeit: 122 Minuten; FSK: frei ohne Altersbeschränkung.


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