Wenn Kranz und Baum Feuer fangen

Viele Versicherungsfälle im Dezember

Den Feuerlöscher immer griffbereit haben - wer echte Kerzen an seinem Weihnachtsbaum verwendet, muss wachsam sein. (Foto: Tobias Hase)

Die Zahl der Brände nimmt in der Weihnachtszeit stark zu. Hausrat- und Wohngebäudeversicherer haben in den vergangenen Jahren im Dezember bundesweit zwischen 11 000 und 12 000 Brände registriert - etwa 40 Prozent mehr als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin vor.

Im Dezember 2014 gab es Schäden in Höhe von 25 Millionen Euro. Als häufigste Ursache gelten unbeaufsichtigte Kerzen, erklärt Hasso Suliak, Sprecher des GDV. Verbraucher können sich gegen finanzielle Risiken mit Hilfe von Versicherungen schützen - mit einer Hausrat-, Wohngebäude- und privaten Haftpflichtversicherung.

Doch welcher Versicherer reguliert welche Schäden? Brandschäden im Wohnraum werden durch die Hausratversicherung gedeckt. "Die schließt alles ein, was beweglich ist", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Zerstörte Weihnachtsgeschenke auch. Wird das Gebäude beschädigt, greift die Wohngebäudeversicherung.

Wer bei Oma zu Besuch ist und die Hand geschnitzte Weihnachtspyramide vom Tisch wirft, muss sich an seine Privathaftpflichtversicherung wenden. Sie zahlt nur den Zeitwert der kaputten Gegenstände, nicht deren Neuwert, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wenn jemand den Raum für längere Zeit verlässt, obwohl die Kerzen brennen, handelt diese Person grob fahrlässig. Ein solches Verhalten kann Folgen auf die Schadensregulierung haben. Bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Leistung anteilig kürzen oder komplett verweigern, erklärt Hasso Suliak vom GDV.

Um in solchen Fällen Streit zu vermeiden, sollte die Versicherungspolice einen "Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit" enthalten, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Dadurch wird die Police meist etwas teurer. "Aber diese Mehrkosten können sich lohnen", sagt Boss. Denn der Versicherer haftet dann auch bei grob fahrlässigem Verhalten für die volle Summe.

Den Schaden am besten sofort der Versicherung melden

Damit der Versicherer den Schaden vollständig übernimmt, gibt es noch mehr zu beachten: Versicherte sollten nicht bis nach den Feiertagen mit ihrer Schadensmeldung warten, sagt Boss. Versicherer haben dafür eine Schaden-Hotline, die oft an Feiertagen freigeschaltet ist. Ist dort niemand zu erreichen, sollte man eine E-Mail schreiben, rät Boss.

Damit es bei der Schadensregulierung keine Probleme gibt, sollten kaputte Gegenstände nicht ohne vorherige Rücksprache mit der Versicherung entsorgt werden, sagt Weidenbach.

Stimmt sie der Entsorgung zu, sollte man sich das schriftlich bestätigen lassen, empfiehlt Weidenbach.

Zudem kann es als Nachweis hilfreich sein, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren. (dpa)


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