Wenn die Schulter schmerzt

Telefonaktion  Dr. Manuel Niermeier beantwortet Fragen unserer Leser

Ein 72-jähriger Mann aus Elsoff hatte 2004 nach einem Autounfall ein neues Schultergelenk bekommen. Mittlerweile hat er mehr als 300 Therapiestunden und bekommt auch Fangoanwendungen. Er kann wegen Schmerzen nicht auf der Schulter schlafen. Dr. Niermeier rät ihm, einen Untersuchungstermin zu vereinbaren.

Eine 74-jährige Frau aus Leun hat seit drei Wochen Probleme mit den Schultern, erst links, dann auch rechts. Mit Übungen geht es nicht weg, Schmerzmittel möchte sie nicht nehmen. Dr. Niermeier erklärt, dass man automatisch bei Schmerzen eine Schulter weniger belastet und dadurch auch die Schmerzen in der anderen Schulter kommen können. Er rät ihr zu Krankengymnastik in Kombination mit Schmerzmitteln, eventuell auch zu Spritzen. Auch Kühlen könnte hilfreich sein.

Eine 69-jährige Frau aus Mittenahr hat große Schmerzen im rechten Schultergelenk. 2015 wurde beim MRT ein Sehneneinriss festgestellt. Sie nimmt Schmerzmittel. Die Frage ist nun, ob das operiert werden sollte. Dr. Niermeier rät ihr zu einer Ultraschall-Untersuchung, um zu sehen, wie sich der Riss entwickelt hat. „Es ist wichtig, nicht den Zeitpunkt zu verpassen, bis zu dem etwas getan werden kann“, sagt er. Auch dieser Frau rät er zu Krankengymnastik, Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Mitteln.

Krankengymnastik kann oft helfen, Schmerzmittel oder Spritzen können unterstützen

Ein 88-jähriger Mann aus Wetzlar hatte vor sieben Jahren einen Fahrradunfall. Er macht Krankengymnastik, hat aber Schmerzen in der Schulter. Er fragt, ob er die Schulter röntgen lassen oder ein MRT machen soll. Dr. Niermeier rät zu einer Röntgenaufnahme. Er hält Gelenkverschleiß oder auch Arthrose für möglich. Nach einer Aufnahme könne man die Therapie festlegen.

Eine 49-jährige Frau aus Bad Endbach war vor etwa 20 Jahren beim Fußballspiel gestürzt und hatte sich die linke Schulter stark geprellt und gezerrt. Kaputt gegangen sei aber nichts, hätten damals die Ärzte gesagt. Zwei Jahre später wurde dann aber doch ein Bruch festgestellt. Ein Knochen steht noch hoch, weil der Bruch wohl schief zusammengewachsen ist. Bei kaltem Wetter habe sie Schmerzen, Massagen helfen etwas. Ein Arzt habe ihr gesagt, das könne man nur richten, wenn man den Knochen erneut breche und wieder richtig zusammenfüge. Dr. Niermeier empfiehlt der Frau, dass sich das ein Unfallchirurg anschauen sollte, möglichst mit Hilfe einer Röntgenaufnahme.

Ein 69-jähriger Mann aus Siegbach hat seit Jahren Probleme mit der Schulter, vor allem bei Bewegungen wie Kehren oder Schnee schieben. Schwer tragen könne er aber ohne Probleme. Im Liegen verspürt er ein Ziehen, wenn die Schulter oben liegt. Er habe 20 Jahre lang täglich 50 bis 60 Liegestütze gemacht, also mehr als 300 000. Das habe er vor acht Jahren wegen der Schmerzen aufgegeben. Dr. Niermeier zieht eine Schleimbeutelentzündung in Erwägung. Der Arm würde im Liegen den Schleimbeutel einengen und für Schmerzen sorgen, das nenne man Engstellungssyndrom. Bei der Arbeit werde der Arm heruntergezogen und sei schmerzfrei. Auch hier könnte Krankengymnastik helfen, bei Bedarf auch ergänzend ein Schmerzmittel. Ein Arzt sollte den Arm untersuchen.

Einer 83-jährigen Frau aus Dillenburg zieht ein Schmerz von einem Arm über den Rücken in den anderen. Bei einer Röntgenaufnahme seien Abnutzungserscheinungen festgestellt worden. Auch starke Schmerzmittel helfen ihr nicht. Ihr Arzt habe ihr wegen ihres Alters von einer OP abgeraten. Dr. Niermeier sagt, sie müsse nicht leiden, nur weil sie schon älter sei. Wenn sie die Schmerzen nicht aushalte, müsse man auch eine OP in Erwägung ziehen.

Eine 56-jährige Frau aus Hüttenberg hat eine angerissene Sehne und einen Knorpelschaden. Konservativ könne man das mit Krankengymnastik und Schmerzmitteln behandeln, erklärt Dr. Niermeier. Damit könne man die Sehne aber nicht heilen. Bei einer OP könne man das Gelenk spiegeln und die Sehne annähen. Die Nachbehandlung könne aber sechs Monate dauern.


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