Wie gelingt Integration in die Gesellschaft besser?

Projekt  Europäische Lehrer forschen in Gladenbach / Förderung durch das Erasmus-Programm

Zwölf Lehrer aus verschiedenen Ländern Europas gehen der Frage nach, wie andersartige Menschen in die Gesellschaft integriert werden können. (Foto: Valentin)

Gefördert wird das Projekt durch das europäische Erasmus-Programm. Die Initialzündung dazu gab vor zwei Jahren die Flüchtlingskrise, wie Wolfgang Borschel von der Europaschule erklärte. Damals sei die Frage aufgekommen, was getan werden könne, um Flüchtlinge in Schule und Gesellschaft zu integrieren. Nachdem der Strom der Flüchtlinge abgeebbt ist, wurde der Gegenstand des Projekts kurzerhand ausgedehnt.

In der Gesellschaft gebe es viele Menschen, die sich vom Durchschnitt abheben, erklärte Borschel. Da seien nicht nur Migranten aus anderen Nationen, sondern ebenso Menschen mit Behinderungen, solche aus verschiedenen Religionen oder auch mit unterschiedlichen sexuellen Neigungen.

Bei jeder dieser Gruppen stelle sich immer wieder die Frage, inwiefern sie in der Gesellschaft aufgenommen und akzeptiert werden. Dem soll in dem Erasmus-Projekt nachgegangen werden.

Dazu haben die elf Lehrer aus Kroatien, Österreich, Polen, Portugal und der Türkei, die nun zu einem ersten Treffen an der Europaschule zusammengekommen sind, unter anderem die hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen besucht, um sich dort ein Bild davon zu machen, was die Menschen erleben, die auf der Suche nach einer neuen Heimat nach Deutschland kommen. Außerdem suchten sie das Gespräch mit dem Vorsitzenden des MTV Gießen, dem Kurden Mehmet Tanriverdi, und ließen sich von ihm erklären, wie die Integration von Migrantenkindern im Sportverein funktioniert.

Goethe-Führung durch Wetzlar

Auf dem Plan der Projektteilnehmer stand auch ein Besuch der Blista in Marburg, wo sie erfuhren, wie die Blinden auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Und bei einer Goethe-Führung durch Wetzlar lernten die Gäste die deutsche Kultur näher kennen. Neben den Lehrern aus den anderen Schulen werden aber auch die Schüler in das Projekt einbezogen.

So musste die neunte Realschulklasse von Borschel einen Aufsatz schreiben, in dem sich die Schüler in ein Flüchtlingskind hineinversetzen und dessen Gedanken und Gefühle beschreiben sollten. Die Schüler der zehnten Realschulklasse fertigten Steckbriefe an, und die Neuntklässler der Hauptschule hatten im Rahmen ihres Arbeitslehreunterrichtes für die Gäste gekocht. (val)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet