Wie war’s damals im Unterricht?

KONFIRMATION Schau geplant

Fast jeder hebt Erinnerungstücke an die eigene Konfirmation auf oder hat noch Erbstücke der Vorfahren: Bei der Ausstellung "475 Jahre Konfirmation im Hinterland" können die privaten Leihgaben zu Museumsstücken auf Zeit werden.

"Wir suchen alles rund um die Konfirmation": Gerald Bamberger (links) und Reiner Braun bereiten derzeit die Ausstellung "475 Jahre Konfirmation im Hinterland" vor, die ab Mitte Juli im Hinterlandmuseum gezeigt werden soll. (Fotos: Kordesch/nh)

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Jeder kann eigene Erinnerungsstücke wie auch Anekdoten und Erlebnisse beisteuern. Der Anlass ist zugleich der Titel der Schau: "475 Jahre Konfirmation im Hinterland". "Wir suchen eigentlich alles rund um die Konfirmation", erläutert Pfarrer Reiner Braun. Der Seelsorger aus Dautphe organisiert mit Gerald Bamberger als Leiter des Hinterlandmuseums im Ausschuss für Kirchengeschichte der beiden evangelischen Dekanate Biedenkopf und Gladenbach die Ausstellung für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Dekanate.

Konfirmations-Urkunden sind ebenso gewünscht wie Predigten, Programme für den Festgottesdienst oder Fotos, Geschenke und Glückwunschpostkarten. "Aber auch Erinnerungsstücke wie Nachweise für den Gottesdienstbesuch, Bücher aus dem Konfirmandenunterricht oder zum Beispiel bedruckte Servietten von der anschließenden Feier sind uns willkommen", zählt Gerald Bamberger auf, der auch ehrenamtlicher Archivbeauftragter des Dekanats Gladenbach ist.

Organisatoren wollen das älteste Stück der Ausstellung prämieren

Bei ihm im Schlossmuseum kann man die potenziellen Ausstellungsbeiträge auch bis zum 10. Juni zu den Öffnungszeiten abgeben, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Seltene Exponate holen die Ausstellungsmacher nach Vereinbarung gegebenenfalls auch vor Ort ab. Um möglichst viele sehenswerte Stücke zusammenzubekommen, wollen sie das älteste eingereichte Exponat prämieren.

"Wir sammeln auch Geschichten", ergänzt Reiner Braun die Aufzählung: Wer einen schriftlichen Bericht mit Erinnerungen, Anekdoten und Erlebnissen rund um das Thema einreicht, kann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit damit in einem kleinen Heft wiederfinden, das zur Ausstellung erstellt werden soll.

Die beiden Ausstellungsorganisatoren behalten sich das Recht auf Sinn wahrende Kürzungen vor und wollen gegebenenfalls auch Wünschen nach Anonymität nachkommen. "Anonyme Einsendungen werden aber nicht berücksichtigt", kündigen sie an.

Warum überhaupt eine Ausstellung zum Thema Konfirmation? "Die Landgrafschaft Hessen ist sozusagen die Geburtsstube der Konfirmation", erklärt Pfarrer Braun, der zu einem kirchengeschichtlichen Thema promoviert hat und einen Lehrauftrag an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz wahrnimmt. Martin Bucers "Ziegenhainer Zuchtordnung" von 1538/39 sehe erstmals vor, dass getaufte Kinder im christlichen Glauben unterwiesen und konfirmiert werden sollten, wenn sie in einer öffentlichen Prüfung durch den Pfarrer bewiesen hatten, dass sie den christlichen Glauben verstanden haben.

Firmung und biblischer Unterricht sollen ebenfalls eine Rolle spielen

An diese vor 475 Jahren gelegte Grundlage der heutigen Konfirmation soll die Ausstellung erinnern, die am 16. Juli um 19 Uhr im Festsaal des Hinterlandmuseums eröffnet werden soll. Zu sehen sein wird sie dann bis zum 28. September.

Am Rande der Schau wollen Braun und Bamberger nicht nur die katholische Firmung und die Entlassung aus dem biblischen Unterricht berücksichtigen, sondern auch die Jugendweihe. Auch Erinnerungsstücke zu diesen Anlässen können im Schloss abgegeben werden. Konfirmationsjubiläen wie die Goldene, Diamantene oder Eiserne Konfirmation sind ebenfalls im Blick: Die beiden Organisatoren hoffen damit auch herauszufinden, seit wann der Brauch der Jubiläumsfeiern nachweisbar existiert.

Aus den Beständen des Museums selbst wird unter anderem ein Konfirmationsgedenkblatt aus dem Jahre 1868 zu sehen sein, wohl das älteste Stück zum Thema aus dem Schloss, wie Gerald Bamberger schätzt.

- Weitere Infos und Kontakt: Hinterlandmuseum, Telefon: (0 64 61) 92 46 51, E-Mail: hinterlandmuseum(at)t-online.de.


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