"Wir haben viel erreicht"

JUBILÄUM MS-Selbsthilfegruppe Wetzlar setzt sich für mehr Teilhabe ein

Darauf wies Vorsitzender Willi Derichs aus Klein-Altenstädten hin, der zur Zusammenkunft besonders Wetzlars Bürgermeister Manfred Wagner (SPD) willkommen hieß. "Ich möchte mich herzlich bei Monika Dettke, der Leiterin des Sozialen Dienstes vom Hessischen Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, bedanken, der uns sehr gut betreut, immer ein offenes Ohr für uns hat und hinter uns steht", so Derichs. Er dankte auch Familie Lippert aus Holzhausen, die seit vielen Jahren mit den verschiedensten Veranstaltungen Spenden für die MS-Kranken sammelt.

Derichs erinnerte an den langjährigen Vorsitzenden Klemens Spandl, der mit viel Herzblut für die Gruppe und ihre Mitglieder arbeitete. "Er war 28 Jahre lang Vorsitzender. Die MS-Gruppe war sein Lebenswerk. Wenn er nicht gewesen wäre und die große Unterstützung seiner Frau Marianne, ständen wir heute nicht hier und könnten den 35. Geburtstag der Selbsthilfegruppe feiern."

Derichs dankte auch Heidi Tessmer, die als Schriftführerin und Kassiererin die "gute Seele" der Selbsthilfegruppe ist.

"Man muss bewusst machen, dass es Menschen mit Handicaps gibt"

Auch Klaus Färber aus Aßlar wurde genannt, der mit großem Engagement Benefiz-Fußball-Turniere mit dem VfB Aßlar organisierte. "Wir danken auch der Stadt Aßlar, die uns zum Beispiel mit Fahrzeugen für unsere gemeinsamen Urlaube unterstützt und natürlich der Stadt Wetzlar, die uns den Raum zur Verfügung stellt", sagte Derichs.

"1979 war die Selbsthilfebewegung noch am Anfang, gerade aus den USA zu uns gekommen und betraf meist den Gesundheitsbereich", begann Monika Dettke den Rückblick auf die Erfolgsgeschichte der Gruppe.

Eine chronische Erkrankung ändere den gesamten Alltag. Da sei der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen eine wertvolle Hilfe.

Mit einem Treffen der MS-Betroffenen aus dem Lahn-Dill-Gebiet in Gießen hat alles angefangen, es gab sporadische Treffen, bis Klemens Spandl den Vorsitz übernahm. Rührige Vorstandsarbeit, regelmäßige Treffen, Veranstaltungen, Aktionen und Aktivitäten folgten und es entwickelte sich eine familiäre Atmosphäre.

"Nach dem Tod von Klemens Spandl 2013 hat Willi Derichs den Vorsitz übernommen und führt die Arbeit sehr erfolgreich weiter", endete Dettke ihre umfangreichen Ausführungen.

Heidi Tessmer zeigte sich überwältigt von den vielen Daten und Fakten: "An Vieles hätte ich schon gar nicht mehr gedacht - wir haben wirklich eine Menge auf die Beine gestellt."

Tessmer hat insbesondere als Behindertenbeauftragte für die Stadt Wetzlar 16 Jahre lang eine Menge erreicht. "Mit meiner großen Klappe konnte ich deutlich machen, dass auch Rollstuhlfahrer am Leben teilhaben wollen - und es hat sich einiges getan."

Das konnte Bürgermeister Wagner dick unterstreichen: "Heidi Tessmer hat ein dickes Brett für uns vorgebohrt und aus der Sichtweise einer Betroffenen in spannenden Begegnungen wichtige Akzente gesetzt, die den Blick über den Tellerrand öffnen und Möglichkeiten der Teilhabe aufzeigen", sagte Wagner.

100 000 Euro hat die Stadt jährlich im Haushalt, mit denen jedes Jahr neue Wegeverbindungen behindertengerecht gemacht werden. "Man muss der Öffentlichkeit bewusst machen, dass es Menschen mit Handicaps gibt."

Dettke nutzte die Feierstunde, um Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft und rührige Mitarbeit zu ehren.

Die goldene Ehrennadel der DMSG bekamen Thea und Ernst Nowak, Erna Koch, Gertie Becker, Erich und Christa Löhr, Henriette Keller sowie die Gründungsmitglieder Sigrid Derichs und Martha Lauber.


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