Wo der Pfeffer wächst

PFLANZEN Botanischer Garten lockt

André Weiland ist einer der Gärtner im Botanischen Garten in Gießen, der sich leidenschaftlich um die tropischen Nutzpflanzen, wie hier den Kakaobaum, im Gewächshaus kümmert.

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Im feuchtwarmen Klima unter dem Glasdach hangelt sich die ursprünglich an den Küsten Malabars beheimatete Pfefferpflanze (Piper nigrum) an ihrem Klettergerüst empor. Auch der aus dem Regenwaldgebiet des Amazonas stammende und dort 20 bis 30 Meter hohe Brasilianische Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), Lieferant des begehrten Naturkautschuks, ist in einer Miniversion zu finden.

Der Kaffeestrauch (Coffea arabica) aus Afrika fällt je nach Jahreszeit durch seine Knospen, weißen Blüten oder roten Früchte auf. Diese Kaffeekirschen genannten Gebilde enthalten die Kaffeebohnen, aus denen man nach einem langen Aufarbeitungsprozess einen Kaffee aufbrühen kann.

Der Teetrinker kann sich selbstverständlich einen Teestrauch (Camellia sinensis) aus den südostasiatischen Bergländern anschauen. Sollte der Strauch gerade blühen, wird die Verwandtschaft zu den beliebten Zierpflanzen, den Kamelien, besonders deutlich.

Bananenstauden (Musa sp.) blühen nicht nur, sondern bringen sogar Früchte hervor. Wer bisher nur die 1-Euro-Ananas vom Gießener Wochenmarkt kennt, kann sich hier informieren, wie die dazu gehörende Pflanze (Ananas comosus) aus dem tropischen Südamerika aussieht und wo bei dem Bromeliengewächs die Frucht entsteht.

Der Papayabaum mit seinen gelben Blüten stößt schon an das Dach des Gewächshauses an

Der Papayabaum (Carica papaya) stößt schon am Gewächshausdach an. Aus seinen gelblichen Blüten gehen bis zu 1000 Gramm schwere Früchte hervor. Das leckere Fruchtfleisch fehlt heute an keinem Frühstücksbüfett mehr. Die Kokospalme (Cocos nucifera) im Blumenkübel wird nie ihre bekannten "Nüsse" hervorbringen, die für die Botaniker Steinfrüchte sind. Ihr schematischer Bau ist daher mit dem der heimischen Kirsche zu vergleichen.

Obwohl auch nur im Blumenkübel wachsend, produziert der afrikanischen Kolabaum (Cola nitida) regelmäßig seine charakteristischen Früchte. Sie entstehen aus wunderbaren Blüten und wurden durch ein Erfrischungsgetränk berühmt.

Besonders auffällig ist der Kakaobaum (Theobroma cacaco), der zur selben Pflanzenfamilie gehört wie der Kolabaum. Direkt am Stamm drängeln sich die goldgelben Früchte. Dort hingen einmal winzige Blüten, die durch kleine Fliegen bestäubt werden. Der gurkenförmigen Frucht ist überhaupt nicht anzusehen, was für Möglichkeiten in ihr schlummern. Die Samen finden Verwendung für das Kakaogetränk und liefern Rohstoffe, ohne die es keine leckere Schokolade gäbe. Genutzt werden die Inhaltsstoffe aber auch in der Pharmazie und in Kosmetik.

Mit etwas Glück sieht man die Vanille (Vanilla planifolia) blühen, eine Orchidee, deren Früchten wir das Urvanillearoma verdanken. Da die herrlichen Vanilleblüten sich bereits im Laufe des Vormittags wieder schließen, sollte man den Besuch dieses Gewächshauses für den Vormittag einplanen.

Einen Besuch sind die jetzt wieder geöffneten Gewächshäuser immer wert. Öffnungszeiten bis zum 15. September täglich 10 bis 12 und 13.30 bis 15:30 Uhr. (red)


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