Wo die Spenden ankommen

MENSCHEN FÜR KINDER Vereinsmitglieder Greilich und Hebstreit besuchen Empfänger

Freudiger Empfang: Dieter Greilich und Jens Hebstreit vom Verein "Menschen für Kinder" in Berlin mit Oberschwester und Professor Hermann Girschick inmitten der beschenkten Kinder. (Foto: privat)

Erste Station war Leipzig. Bei Professor Holger Christiansen wurde die Kinderonkologie besucht. Viele der kleinen Patienten konnten nicht persönlich besucht werden, weil sie nach Chemo oder Knochenmarkstransplantation isoliert sein müssen. Umso mehr freuten sie sich über die Geschenke. Gleichzeitig wurde auch eine Großspende in Höhe von 40 000 Euro überreicht. "Wir freuen uns sehr über die Unterstützung.

40 000 Euro finanzieren eine Stelle in der Erforschung von Tumoren

Anzeige

Damit finanzieren wir eine Stelle in der Forschung zum Neuroblastom, der häufigsten Tumorerkrankung im Kindesalter", sagte Christiansen, der am Leipziger Uniklinikum die Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie leitet.

In Berlin-Friedrichshain wurde die von sozialistischen Plattenbauten umgebene Kinderklinik besucht. Professor Hermann Girschick, Teilnehmer der Radtouren 2013 und 2014 bei "Menschen für Kinder", freute sich über das Wiedersehen. Auch hier wurden Geschenke verteilt. Das Klinikum wird derzeit erweitert, was auch dringend nötig ist, so Girschick. "Unsere Kinder-Notaufnahme ist mit 16 000 Fällen im Jahr an ihrer Kapazitätsgrenze." Zwar werden die meisten kurzfristig wieder entlassen, doch sind eben auch viele langwierige Fälle dabei, die Girschick und sein Team immer wieder vor Herausforderungen stellen. Girschick bedankte sich bei den Vorständen und stellte noch ein neues Projekt vor, über das "Menschen für Kinder" bald entscheiden wird.

Letzte Station war die Uniklinik in Göttingen. Hier übergaben die Vertreter von "Menschen für Kinder" neben Weihnachtsgeschenken 30 000 Euro. Das Spendengeld kommt dem Forschungsprojekt "Die Streuung/Ausbreitung von bösartigen Hirntumoren bei Kindern besser verstehen lernen, um neue Therapien entwickeln und alte Therapien verbessern zu können" von Professor Christof Kramm zugute. Bisher ist wenig darüber bekannt, wie sich Hirntumorzellen ausbreiten, wie und warum die Tumorzellen aus der Haupttumormasse auswandern oder warum sie letztendlich streuen. In dem Forschungsprojekt von Kramm untersucht die Arbeitsgruppe bestimmte zelluläre Signalwege und Prozesse, die bei Darmkrebs eine wichtige Rolle bei der Ausbereitung sowie Metastasierung von Tumorzellen spielen. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich die Erkenntnisse über die Ausbreitung von Tumoren bei Darmkrebs auch auf Hirntumorerkrankungen übertragen lassen. Mit dem Projekt möchte die Arbeitsgruppe das Wissen um die Ursachen für kindliche Hirntumoren verbessern, um neue Therapiemöglichkeiten gegen die Tumorstreuung entwickeln zu können.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2014
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet