Zufrieden trotz weniger Umsatz

Kaufleute hoffen nach Hessentag auf mehr Kunden

Herborn am vergangenen Freitag: Trotz Regens sind Hunderte Menschen in der Stadt, um auf dem Markt und in der Fußgängerzone einzukaufen. Die Einzelhändler vertrauen darauf, dass sich das Interesse an Herborn als Einkaufsstadt durch den Hessentag spürbar verstärkt. (Foto: Kordesch)

"Es war uns ja von vornherein klar, dass der Hessentag nicht vom Einkaufserlebnis lebt", relativiert Krimmel die Zahlen, die zuvor zwar nicht so drastisch prognostiziert worden waren aber die Erfahrungen anderer Hessentags-Städte widerspiegeln. Der positive Effekt für die Kaufleute hat sich immer dadurch bemerkbar gemacht, dass viele auswärtige Besucher später wiederkamen, wenn es ihnen beim Hessentag gefallen hat. "Und Herborn hat sich einfach toll präsentiert, man hat keine negativen Stimmen gehört", freut sich der Werbering-Chef. Im Einzelhandel habe sich das Landesfest zwar kurzfristig für keinen gerechnet, dennoch sei man angesichts des überaus positiv verlaufenen Fests zufrieden. "Wir setzen auf Nachhaltigkeit, wahrscheinlich wird das schon jetzt zum Erdbeer-Sonntag spürbar", so Krimmel.

"Alles bestens, wir waren schon vor Monaten restlos ausgebucht", sagt ein Hotelier aus einem Stadtteil und gibt zu, dass er, wie viele andere Kollegen, die Preise für das Landesfest deutlich angehoben habe. Sogar beim 'Bratwurst-Tageskurs' war das zu spüren. Andere setzten nicht auf den Mitnahme-Effekt: "Wir haben überwiegend Stammkunden beherbergt, die vergraulen wir uns doch nicht durch teurere Tagessätze", meint ein Pensions-Besitzer, der seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen möchte.

Simone Polzer von der Buchhandlung Baumann bestätigt Claus Krimmels Aussagen. "Der Feiertag und der regnerische Dienstag waren noch die stärksten Tage, aber wir haben an jedem normalen Samstag zwischen 9 und 13 Uhr mehr Umsatz als während des Festes den ganzen Tag über", berichtet sie.

Ein Kollege aus der nächsten Hessentags-Stadt Rüsselsheim habe sie schon angerufen und gefragt, wie es gelaufen sei. Am besten seien Postkarten und Literatur über Herborn und Hessen gegangen, sagt Polzer: "Einige Leute haben angekündigt, dass sie später wieder mal reinschauen."

Das "Einfach-mal-Reinschauen" hat beim Weltladen auf dem Kornmarkt schon während des Landesfests gut funktioniert. "Wir können sogar ein leichtes Plus verzeichnen", sagt Gabi Weber, die Kassiererin des Weltladen-Vereins. Das Sortiment beinhalte eben auch viele als Mitbringsel und Erinnerungsstücke geeignete Artikel sowie Kleinkram: "Außerdem hatten wir eine Ausstellung zum Fairen Handel vor der Tür, die gut angenommen worden ist", sagt Weber. Für sie ist der Hessentag auch Beweis dafür, dass der Kornmarkt ohne Parkplätze von den Kunden besser als Teil der Einkaufs- und Fußgängerzone akzeptiert wird: "Der Platz sollte dauerhaft autofrei sein - und das Weinfest in den Stadtpark umziehen", findet sie. (klk)


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