Zukunft des Waldheims ist gesichert

BILDUNG Umweltministerin Hinz unterzeichnet Vereinbarung für Jugendwaldheime über zehn Jahre

Sie unterzeichnen die Rahmenvereinbarung: Stefan Nowack (Landesbetrieb Hessen Forst) und Umweltministerin Priska Hinz, dahinter (von links): Karl-Heinz Göbel (Leiter Jugendwaldheim Weilburg), Bernhard Klug (Vorsitzender Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hessen), Hans-Jürgen Euler (SDW, Bezirksverband Gelnhausen-Hasselroth), Hans-Peter Schick (Bürgermeister Weilburg) und Werner Wernecke (Forstamtsleiter). (Foto: A. Müller)

Besuch im Jugendwaldheim: Ministerin Priska Hinz (Mitte) begutachtet ein Bild aus Naturmaterialien. (Foto: A. Müller)

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Vier Jugendwaldheime gibt es in Hessen, Orte der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat gemeinsam mit Vertretern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und den zuständigen Vertretern der Hessischen Forstverwaltung eine neue Rahmenvereinbarung sowie eine Geschäftsordnung für die vier Jugendwaldheime in Hasselroth-Niedermittlau, Meißner, Petershainer Hof und Weilburg im Jugendwaldheim Weilburg unterschrieben.

„Mit der Unterzeichnung bekräftigen die Vertragspartner ihre Bereitschaft, die Jugendwaldheime auch weiterhin bei ihrer wichtigen Aufgabe zu fördern und zu unterstützen“, führte Hinz aus. Die Kooperation aller Akteure bei jeweils eigenen Konzepten bezeichnete sie als Erfolgsgeschichte.

Durch die Arbeit der Jugendwaldheime werde nicht nur Wissen über beispielsweise Holz vermittelt, sondern gleichzeitig auch Toleranz, Kreativität und Selbstständigkeit gefördert, so die Ministerin. Sie freue sich, dass die Jugendwaldheime mit der Unterzeichnung der Vereinbarung nun für zehn weitere Jahre in die Zukunft schauen könnten.

Außer der Ministerin unterzeichneten Stefan Nowack (Landesbetrieb Hessen Forst), Bernhard Klug (Vorsitzender des Landesverbandes Hessen der SDW), Kurt Seibert (Bezirksverband Gelnhausen-Hasselroth) sowie Hans-Jürgen Euler (Bezirksvorsitzender) die Dokumente.

Karl-Heinz Göbel vom Forstlichen Bildungszentrum Weilburg und Leiter des Jugendwaldheimes begrüßte die Gäste, unter ihnen auch Forstamtsleiter Werner Wernecke sowie die Leiter der anderen Jugendwaldheime Fritz Dänner, Lothar Freund und Rainer Hellwig. Göbel dankte Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos), der sich für die Errichtung des Jugendwaldheimes eingesetzt hatte und das 2005 beim Hessentag in Weilburg eingeweiht wurde.

Bürgermeister Schick betonte, dass die Stadt Weilburg Waldpädagogik vom Kinderwagenalter bis für Hochbetagte gewährleiste. Als wichtige Einrichtungen nannte er neben dem Jugendwaldheim den Waldkindergarten, das Kinderforsthaus im Tiergarten, den Tierpark, das Forstliche Bildungszentrum sowie die Fördervereine „Waldpädagogik Weilburg“ und den „Verein der Freunde und Förderer des Wildparks Tiergarten Weilburg“.

Bernhard Klug (SDW) ging in seiner Ansprache auf die hervorragende Auslastung des Jugendwaldheimes ein. Es gebe bereits Buchungen bis ins Jahr 2020, sagte er. Gerne hätte er ein fünftes Jugendwaldheim in Hessen.

Der Wald sei immer ein Abenteuer und es erfülle ihn mit Genugtuung, wenn dort Kinder spielen und lernen. Er freue sich, dass die langjährige bewährte Partnerschaft mit dem Land Hessen sowie Hessen Forst fortgesetzt werde. An Ministerin Hinz gerichtet sagte er, dass die Politik immer ein offenes Ohr für waldpädagogische Belange hätte.

Nach der Vertragsunterzeichnung machte sich die Ministerin draußen in drei verschiedenen Lerngruppen ein Bild über die waldpädagogische Arbeit. Eine fünfte Klasse der Westerwaldschule Driedorf hatte Schwerpunkte auf Teamtraining und die Stärkung von sozialen Kompetenzen im Wald gelegt.

Sprachkompetenz soll im Wald spielerisch gefördert werden

Bei einer sogenannten DAZ-Klasse (Deutsch als Fremdsprache für Flüchtlinge) ging es darum, Sprachkompetenz im Wald spielerisch zu fördern und erlebnisorientiert etwas über die kulturellen Wurzeln der neuen Heimat zu erfahren. Aus Holzstöcken legten die Kinder etwa Namen von unterschiedlichen Bäumen.

Die Wald-AG der Albert-Wagner-Schule in Merenberg ist regelmäßig einmal pro Woche mit ihrer Lehrerin Annette Wilcke und Karl-Heinz Göbel im Wald unterwegs. Außer einer erlebnisorientierten Wissensvermittlung im Wald geht es auch darum, Kompetenzen in Bezug auf Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Die Kinder durften der Ministerin auch Fragen stellen. Die zehnjährige Linea Morbitzer aus Driedorf wollte wissen, ob Politiker auch Bäume pflanzen. Das sei eher Aufgabe der Förster, antwortete diese, sie habe aber gemeinsam mit Bernhard Klug in der letzten Woche eine Fichte, den Baum des Jahres, gepflanzt.

Niklas Samland (zehn Jahre, Heiligenborn) wollte wissen, wie viele Bäume im Jahr gefällt werden. Die Vertreter von Hessen Forst informierten, dass nicht mehr gefällt werden als nachwachsen, pro Jahr würden zwei Millionen Kubikmeter Holz geschlagen.

Jamal Camera (zehn Jahre, Münchhausen) interessierte sich für einen möglichen Klimawandel und zeigte damit, dass sich die Kinder nicht nur mit dem Wald vor der Haustür beschäftigen.

Priska Hinz sagte dazu passend: „Die Zukunft beginnt in den Köpfen unserer Kinder.“ Sie dankte allen Ehren- und Hauptamtlichen, die sich um die Umweltbildung kümmern.


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