Zukunft für Kinder

HILFSPROJEKT Grundschule und Kirchengemeinde fördern Schule

Lernen macht Spaß, das erfahren diese Kinder auch dank der Hilfe aus Solms. (Foto: privat)

Schulleiter Horst Hack (v. l.) mit Mónica Huck de Guzmán, Gastón Guzmán, Werner Sonneborn von der Kirchengemeinde und dem Vorsitzenden des Fördervereins, Klaus Kotte. (Foto: Rühl)

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Als Jugendliche hat Mónica Huck viel Zeit in Wetzlar mit ihrer Cousine Marlies Gaul verbracht. Der Vater war Kanzler der Argentinischen Botschaft in Bonn, bis er sein Amt niederlegte, um Missionar in Argentinien zu werden. Mónica Huck, deren Mutter aus Deutschland stammt, hat über all die Jahre den Kontakt in ihre Heimat nicht aufgegeben.

In Argentinien heiratete sie 1972 ihren Mann Gastón. 1976 wanderte das Ehepaar mit drei Pflege- und zwei eigenen Kindern als Missionare nach Paraguay aus. Nach und nach gesellten sich weitere Kinder zu der jungen Familie, die heute neben ihren eigenen Söhnen 54 Adoptivkinder und etwa 40 Enkel zählt. Davon berichtete das Ehepaar in der Schule.

Von ihrem Glauben und ihrem Einsatz für die argentinischen Kinder erzählten sie sehr eindrücklich. Mit dabei waren auch zwei ehemalige Kinder, der 34-jährige Oskar und Jessica, die heute in Deutschland leben, zeigten ihre Dankbarkeit für die Unterstützung durch die Guzmans und die Spender, die ermöglichten, dass sie, aus armen Verhältnissen kommend, eine Schule besuchen und studieren konnten. Mónica Huck de Guzmán nennen sie "Mama".

Mónica Huck de Guzmán erzählte, wie sie in einem abgewirtschafteten Gebäude vor fast 40 Jahren mit ihrer Arbeit begonnen haben. Zunächst entstand ein Kinderheim, später ein Kindergarten und 1983 eine Schule. Heute gehen dort 720 Mädchen und Jungen zur Schule. Der Hälfte der Kinder im Schulzentrum Nandejara wäre der Besuch angesichts der armen Verhältnisse nicht möglich. Darum haben die Guzmáns Schülerpatenschaften eingerichtet.

Seit 1997 bestehen regelmäßige Kontakte nach Niederbiel. Die Kirchengemeinde hat zwei Patenschaften übernommen und weitere Niederbieler pflegen eine solche Patenschaft mit Briefkontakten zu den Mädchen und Jungen. Seit 2012 hält die Grundschule Kontakt nach Paraguay. So gab es bereits eine Projektwoche und einen Sponsorenlauf. Ein Teil des Erlöses beim Weihnachtsbasar der Schule sowie eines gemeinsamen Kalenders stärkten die Verbindung.

Seit dem Jahr 1997 bestehen die Kontakte mit Paraguay

Der Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Niederbiel, Klaus Kotte, nutzte den Besuch der Guzmáns, um einen Betrag von weiteren 400 Euro für die private Schule in Paraguay zuzusagen. Mónica Huck de Guzmán sagte, Ziel ihrer Arbeit sei es, Kindern christliche Werte wie Ehrlichkeit, Ausdauer, Respekt und Verantwortlichkeit zu vermitteln. Diese Erziehung zeige Erfolge. Zudem werden täglich 180 Schüler mit Frühstück und Mittagessen versorgt, oft die einzige Mahlzeit des Tages. In dem südamerikanischen Land mit 6,8 Millionen Einwohnern lebt fast die Hälfte unter der Armutsgrenze.

Seit 2013 unterhalten sie eine Tochterschule in Estanzuela mit 160 Schülern etwa 35 km von Limpio entfernt. Derzeit wird eine private Universität geplant, an der sich Guzmáns beteiligen wollen. Bislang ist es Schülern in Paraguay kaum möglich zu studieren.

Pfarrer Frank-Jörn Pack dankte für die Ausführungen und sagte, der Gemeinde sei der persönlich Kontakt sehr wichtig. So nehme man durch die Briefe der Patenkinder Anteil am Geschehen an der Schule. Hack sagte, er sei beeindruckt, dass die Kinder in Paraguay so dankbar sind, dass sie die Schule besuchen dürfen. Diese Demut wünsche er sich auch in Deutschland.


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