Zukunft für junge Migranten

SOZIALARBEIT Kommt Integrationsprojekt nach Breidenbach?

Ein Angebot für junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren: Mit dem Projekt "Future 4 Us" sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund in Breidenbach besser integriert werden. (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Hoffen eine Realisierung des Integrationsprojektes in Breidenbach: JUKO-Geschäftsführerin Maria Flohrschütz (l.) mit "Future 4 Us"-Projektkoordinatorin Claudia Bickel. (Foto: Röder)

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Derzeit steht die Förderzusage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) noch aus. "Am 31. Oktober 2014 ist der Förderantrag beim Bundesinstitut eingegangen. Nun wird er geprüft", beschreibt JUKO-Geschäftsführerin Maria Flohrschütz das Prozedere. Bis zum Sommer 2015 hoffen die Verantwortlichen auf ein positives Signal aus der Nürnberger Behörde. "Bekommen wir das, können wir schon kurz darauf mit der konkreten Umsetzung von ,Future 4 Us' anfangen", sagt Claudia Bickel. Steht die Ampel auf Grün, steigt man ab März 2016 in die praktische Phase ein. Doch bis dahin ist die JUKO nicht untätig.

"Damit wir bei einer positiven Bewertung des Antrags gleich loslegen können, wollen wir bereits ab Oktober 2015 erste Initialreize schaffen", erklärt Frau Bickel. Im Klartext heißt das, dass die JUKO mit den Breidenbacher Jugendlichen und der Jugendpflege vor Ort Kontakt aufnimmt. "Wir werden mit aufsuchende Aktivitäten an die jungen Menschen herantreten und schauen, was die Jugendlichen interessiert, wo sie sich treffen und was ihre Wünsche sind", sagt die JUKO-Koordinatorin, "um anschließend erlebnispädagogische und kreative Aktivitäten mit den Eltern und Jugendlichen zu veranstalten.

Auf diese Wünsche soll dann zwischen Juli 2016 und September 2018 konkret eingegangen werden. "Future 4 Us" richtet sich an junge Zuwanderer zwischen 12 und 27 Jahren. Sie sollen sich und ihre Ideen mit Hilfe des Projekts verwirklichen, so als aktive Gestalter auftreten und dadurch öffentliche Anerkennung ihrer Leistungen erhalten. "Aus einer passiven, teils destruktiven oder kritisch beäugten Rolle wachsen sie durch die Verantwortungsübernahme in eine neue Rolle hinein und entwickeln realistische Zukunftsentwürfe", heißt es in dem Konzept des Projekts.

"Eltern werden in ihrer Funktion als Vorbilder und Ratgeber gestützt und aktiviert"

Um was es sich letztlich bei den umgesetzten Ideen handelt, liegt in der Hand der Jugendlichen. "Egal, ob es ein Fußballturnier, ein Fitnessraum oder ein Musikworkshop ist. Wir orientieren uns an den Wünschen des Zielpublikums", sagt Claudia Bickel.  Und auch die Erziehungsberechtigten der Jugendlichen sollen mit ins Boot geholt werden. "Diese kultursensible Elternarbeit ist für eine erfolgreiche Integrationsarbeit unverzichtbar", erklärt sie. Eltern sollen für die Talente ihrer Kinder sensibilisiert werden. "Eltern werden in ihrer Funktion als Vorbilder und Ratgeber gestützt und aktiviert."

"Es geht uns nicht ums reine Entertainment", ergänzt Geschäftsführerin Maria Flohrschütz. "Wir wollen durch ,Future 4 Us’ Mentoren gewinnen und nachhaltige Strukturen für die Jugendlichen schaffen."

Das Angebot zielt somit auf die Stärkung von Eigenverantwortung und des Selbstbewusstseins der jungen Menschen in Breidenbach. Die Hinterlandgemeinde wurde gemeinsam mit dem Büro für Integration des Landkreises ausgewählt, weil hier eine breite Vereinslandschaft und Jugendarbeit mit dem Willen der Gemeindeverwaltung zusammentrifft, neue Angebote für junge Menschen mit Migrationshintergrund zu initiieren. Zudem sei die Gemeinde ein starker Wirtschaftsstandort mit internationalen Unternehmen und kultureller Vielfalt, erklärt Claudia Bickel. "Wir haben uns demnach bewusst gegen die Mittelzentren entschieden, da es dort oftmals bereits Angebote gibt."

Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl (SPD) hofft ebenfalls auf die Realisierung von "Future 4 Us". "Wir sind sehr glücklich, dass wir als Modellgemeinde ausgewählt wurden", sagt er. "Wir haben in der Kerngemeinde sehr viele Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, die teilweise schon seit mehreren Jahren bei uns leben." Der Rathauschef verspricht sich von "Future 4 Us" Synergieeffekte für die heimische Wirtschaft und die Jugend: "Da schlummert großes Potenzial."

Kommt es zur Realisierung von "Future 4 Us" wird JUKO mit zwei Mitarbeitern vor Ort sein. Die erste Hürde, eine Prüfung des Antrags vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, hat "Future 4 Us" bereits genommen. Maria Flohrschütz und Claudia Bickel sind hinsichtlich der Förderung zudem vorsichtig optimistisch. "Unser Projekt ,SEAL', bei dem wir in Gladenbach und Stadtallendorf interkulturelle Konflikthelfer und Integrationslotsen ausgebildet haben, wurde von 2011 bis 2014 ebenfalls gefördert", sagt Flohrschütz.


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