Geradlinig, ehrlich und offen - so beschreiben Weggefährten den SPD-Politiker. Dann war ein Vollblutpolitiker, der sich bis ins hohe Alter politisch engagierte und sich um die politische Bildung nachfolgender Generationen verdient machte.

Als Sohn eines Lehrers wurde Dann am 26. Juni 1935 geboren und wuchs in Kirschhofen und Weilmünster auf. In Hamburg ließ er sich zum Uhrmachermeister ausbilden. Dort wurde er auch politisch geprägt - von Herbert Wehner. 1954 trat Dann der SPD bei. Zurück im Oberlahnkreis engagierte er sich bei den Jusos. Seine Bodenständigkeit stellte er schon damals unter Beweis: Mit dem Fahrrad radelte er etwa zu Wahlkampfterminen.

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Anfang der 60er Jahre wurde Dann SPD-Geschäftsführer für Wetzlar, den Dillkreis, Oberlahn und Biedenkopf. Unter Ministerpräsident Albert Osswald arbeitete er in der Hessischen Staatskanzlei, später unter Hans Krollmann im Kultusministerium in Wiesbaden. Die Interessen des Oberlahnkreises vertrat er von 1978 bis 1991 als Landtagsabgeordneter. Der heutige SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Dann als einen "gestandenen Sozialpolitiker". Dann war sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Vorsitzender des sozialpolitischen Ausschusses im Landtag.

Auch um die Sorgen und Nöte auf lokaler Ebene kümmerte er sich - als Mitglied des Kreistages (1985 bis 1989) und in den Parlamenten Weilmünster und Hermannstein. Bis 2008 engagierte er sich als Vorsitzender der "AG 60 plus" in der Wetzlarer SPD.

Dann, der drei Töchter hat, zeichnete eine besondere charakterliche Stärke aus. Er galt als kantig, denn er sagte offen, was er dachte. Doch was er sagte, war verlässlich. Der ehemalige Staatsminister Karl Starzacher nennt ihn "einen verlässlichen Freund". Dann sei kompromissbereit gewesen, aber auch bereit, seine Vorstellungen gegen Widerstände durchzusetzen. Er war ein Kämpfer, der den politischen Streit nicht scheute.

(red/Foto: privat)


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