"Du solltest träumen für all jene, denen die Angst den Schlaf geraubt, deren Hoffnung man zertreten, irgendwo im Straßenstaub. Du solltest springen für all jene, denen der Fuß in Ketten liegt, deren Willen man gebrochen, deren Freiheit man bekriegt. Du solltest leuchten für die Lichter, die man in Dunkelheit gesperrt, für die Kinder die nicht wissen, ob die Väter wiederkehren. Du solltest wissen um dein Glück, das dir ein Zufall zugespielt, zu jeder Stunde, jeden Tag an dem du die Sonne siehst. Du solltest sprechen für all jene, die nicht reden können von diesen Dingen, weil die die es nicht hören wollen, sie sonst ganz schnell zum Schweigen bringen, Etwas bewegen für all jene, deren Leben längst erstarrt, die von deiner Freiheit träumen und den Chancen die du hast. Sei frei - solange es geht! Bleib frei - solange du lebst! Sei frei - und reite die Welle! Sei frei - an ihrer Stelle!" Sänger Daniel Wirtz bringt es auf den Punkt, welchen Wert Freiheit hat. Wir leben in einem freien Land: für uns so selbstverständlich, dass wir das gar nicht mehr wahrnehmen. Anders ist es für die Flüchtlinge, die zu uns nach Deutschland kommen. Bei den Diskussionen um ihre Unterbringung vergessen wir, dass wir unsere Freiheit mit ihnen teilen können ohne sie zu verlieren. Meine Großeltern haben andere Zeiten erlebt: Sie flüchteten - und viele andere mit ihnen. Was es bedeutet, sich in der Fremde neu einzufinden und Hoffnungen zu begraben, haben sie erfahren. Akzeptanz und Annahme in ihrer neuen Gemeinde gaben ihnen Perspektive. Im Gegenüber Gottes geliebten Menschen sehen, diesen annehmen und willkommen zu heißen, ist der Auftrag. Teilen wir unsere Freiheit, statt sie nur stellvertretend zu leben.

(Michael Reschke ist Dekanatsjugendreferent im evangelischen Dekanat Dillenburg)


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