Heute feiern die katholischen Christen Allerheiligen.

Heilig sein? Umfragen bestätigen, dass bei den weitaus meisten Menschen der Sinn des Lebens ist: Spaß haben, genießen, glücklich sein.

Vor 40 Jahren wurden Religion und Gewissen noch weitaus häufiger genannt. Dass man ein gottgefälliges Leben führen, dass man tun wolle, was Gott von einem erwartet. Solchen Aussagen stimmen heute nur noch Wenige zu. Heilig sein wollen, ist kein Thema mehr. Doch um nichts Anderes geht es im Christsein: Die Getauften, Christus Nachfolgenden, sind Heilige Gottes.

Glauben ist nie bloß Theorie, sondern ein Lebensstil:In der Apostelgeschichte wird beschrieben, dass die Gläubigen miteinander teilten, für die Armen sorgten. Der Glaube an die Auferstehung prägte den sorgsamen Umgang der Christen mit ihren Toten. Dieser würdevolle Umgang mit den Verstorbenen hat das Christentum für Außenstehende besonders attraktiv gemacht. Die von Heiden ausgesetzten Kinder wurden von Christen aufgezogen.

Christsein ist anders. Es fordert zur Gewissenserforschung heraus. Deshalb wurde die Freiburger Rede von Papst Benedikt als unbequem empfunden: Gleicht euch der Welt, dem Mainstream, nicht an. Das hat Konsequenzen: Wie wir mit anderen Menschen umgehen. Wie wir Ehe und Familie schützen, behüten und pflegen. Wie wir Kinder erziehen und ermutigen. Wie wir vorangegangene und nachfolgende Generationen fürsorgend und vorsorgend behandeln. Wie wir Weichen für die Zukunft von Frieden, Gerechtigkeit und Fortschritt stellen und den Ideologien skeptisch gegenübertreten.

Auch wenn der Christ oft versagt und immer Sünder bleibt, erlischt der hohe Anspruch der Christennachfolge nicht: heiligmäßig leben, gottgefällig, rechtschaffen.

Es gibt nichts Größeres als dieses schlichte, einfache Dasein in Glauben, Hoffen und Lieben.


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