wortzumsonntag_k

Ich tue meine Meinung kund. Das ist akzeptiert, wird erwartet. Denn wir schauen schon nach, wie viele Klicks unser Eintrag bekommen hat. Warum? Nun, weil uns die Meinung anderer wichtig ist. Wieso lassen wir da unser Leben bewerten?

Kann es sein, dass wir uns doch wünschen, dass am Ende unseres Lebens einer den „Gefällt mir“-Knopf drückt?

Wenn dieser jemand Gott sein soll, wären die Kriterien für „gefällt mir“ wichtig. Prophet Micha schreibt: „Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig mitgehen mit deinem Gott.“ Also nicht langweilige Traditionen, Macht und Missbrauch im Namen Gottes und Ignoranz gegenüber den Armen und Schwachen.

1. Gottes Wort halten. Das heißt nicht einfach Gebote befolgen. Der christliche Glaube ist keine leere Religion neben anderen, sondern die Chance den lebendigen Gott kennenzulernen und mit ihm in Beziehung zu leben.

2. Liebe üben. Gott schenkt uns seine Liebe. Vollkommener Glaube ist vollkommene Liebe. So machen unsere Taten der Liebe Gottes Liebe erfahrbar. Taten der Liebe nicht herablassend, sondern mit dem Bewusstsein, unter Gott zu bleiben.

3. Demütig mitgehen mit deinem Gott. Wir haben nicht zu urteilen. Wir sind nicht Gott. Und dieses Denken ist wichtig für unser Leben. Das Wissen, da ist einer, der zum Beurteilen berechtigt ist. Er behält den Überblick, geht mit uns durchs Leben und hat das Recht am Ende auf den „Gefällt mir“-Button zu drücken.

Und deshalb ist dieses Unter-Gott-bleiben wichtig, um zu gewährleisten, dass Machtwahn und Geldgier nicht die Sicht auf einen Gott vernebeln, der eine Beziehung mit uns will, uns in Liebe entgegengeht und gerne unser Leben mit „gefällt mir“ bewerten möchte.

Beate Lasch, Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Donsbach


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