Breidenbachs Woche: Dem Horst mal zeigen, wo der Hammer hängt

Horst Seehofer. Foto: dpa

Die Politiker haben’s nicht leicht mit Leichtathleten. Die Kanzlerin wollte nicht mittun und kam erst garnicht ins Stadion. Wahrscheinlich hatte sie Angst, sich beim...

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. Die Bundesregierung hat durch ihren Sprecher Steffen Seibert dementiert, dass Kanzlerin Merkel die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin vernachlässigt habe. Szenenkenner hatten sich gewundert, wieso Merkel weder für den Stabhochsprung, noch für das Rautenwerfen nominiert worden war. Ganz nebenbei ist der zwingende logische Schluss aus Seiberts Erklärung, dass die Bundesregierung nicht dementiert, dass Kanzlerin Merkel die Bundesregierung in Berlin vernachlässigt habe. * Viele Athletinnen und Athleten fanden es schade, dass Merkel nicht im Stadion war. Denn so konnten sie ihr nicht zeigen, wie man zum Beispiel einen fliegen lässt, einen Speer, oder wo der Hammer hängt. * Die Kugelstoßerin Christina Schwanitz fragte im ZDF: „Warum war Frau Merkel nicht da? Nach Rio de Janeiro kann sie fliegen...“ – gemeint ist die Fußball-WM 2014 – „...und ist mehrere Tage nicht auf Arbeit. Im Fußball geht‘s.“ „Nicht auf Arbeit“, was für ein wunderbarer Ausdruck der Arbeiterklasse! Besser „auf Dope“ oder „auf Raute“ als „auf Arbeit“? Nein, das war jetzt nur wieder einer unserer rüden Scherze. Wir können Frau Schwanitz, von bösen Zungen auch „die federleichte Fee“ genannt, da gerne aufklären. Liebe Frau Schwanitz, oder dürfen wir Christinchen sagen? Gerade Sie als Frau müssen es doch verstehen, dass es für Angela Merkel rein staatspolitisch eine alternativlose Pflichterfüllung ist, mit Mesut Özil in der Fußballer-Kabine zu stehen und aufzupassen, dass ihm nicht auch noch das letzte Handtuch von der Hüfte rutscht? Özil hat sich dem Erdogan doch nur an den Hals geworfen, weil er sich von Mutti vernachlässigt fühlte. Im Fußball geht immer was. Wohingegen es in der Leichtathletik passieren kann, dass man in einem Käfig landet, mutterseelenallein mit einem Hammer! * Schwieriger Übergang jetzt. Ministermäßig zuständig für die Leibesübungen ist ja Bundesinnenhorst Seehofer. Als die deutschen Leichtathleten das erfuhren, wollten sich manche aus Verzweiflung in den Wassergraben vom 3000 Meter-Hindernislauf stürzen, sagen böse Zungen. Magic Horst hat dann gesagt, dass sein Staatssekretär Stephan Mayer die Leichtathletik-Europameisterschaften an vier Tagen besucht habe. Keine Feier//ohne Mayer. Was Seehofer nicht gesagt hat: Der Mayer hatte natürlich Freikarten! Nur deshalb ist er hin! * Seehofer selbst ist ja ein sehr sportlicher Mensch. Nach der Affäre mit der aushäusigen Dame behaupteten manche sogar, er sei bayerischer Meister im Seitensprung. Aber das war vielleicht übertrieben. Teilweise. Nachlesen kann man jedenfalls, dass der Horst in seiner Jugend beim ESV Ingolstadt Handball gespielt hat. Gut. Im Handball lernt man Härte und Flexibilität. Wir wissen jetzt nicht genau, was Horsts Handballspezialität war, aber vielleicht war es der Seitfallwurf: du legst dich quasi quer und ballerst um den Gegner herum. * Wo wir gerade von der Leichtathletik reden: Wir haben da ein kleines feines Beinahe-Jubiläum, wir begehen begeistert den 10. Geburtstag des krassesten Spruches, den wir je in der Leichtathletik gehört haben. Von Ariane Friedrich, Hochspringerin, meistens blond, aber nur außen. 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking wurde sie nur Siebte und war enttäuscht. Ihre Erklärung: „Seit zwei Tagen ist mein Hintern härter als Stein. Er hat auf der rechten Seite zugemacht. Da fällt es einem schwer, technisch sauber zu arbeiten.“ Klar, Ariane, das verstehen wir doch. Hammer-Spruch. Quasi in Stein gemeißelt.