Breidenbachs Woche: Heizungspilz – fast jeder will‘s

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Archivfoto: dpa

Beim Anti-Corona-Kampf soll es den Menschen im Winter nicht kalt den Buckel runterlaufen – Minister macht Feuerchen

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. Lange nichts gehört von unserem alten Freund, dem Wirtschaftsminister Altmaier, Peter, the Body-Mass-Index, wie wir ihn nennen, in Parlamentarierkreisen auch bekannt als das fleischgewordene Überhangmandat. Jetzt bricht Altmaier in der „Stuttgarter Zeitung“ eine Lanze für Pilze! Die haben derzeit ohnehin Konjunktur, denken wir nur an die Champignons League. Überall echte Motivation für Pilze, wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Und überhaupt gilt doch die alte deutsche Gourmet-Regel: „Zwischen Leber und Milz//passt immer noch ‘n Pilz.“ Nun ist es aber so, dass Altmaier bei diesem Thema ausnahmsweise mal nicht an Pizza Funghi gedacht hat, sondern an die Heizpilze, die im Winter früher vor vielen Restaurants und Cafés standen. Weil das schlecht war, wegen des Kohlendioxid-Ausstoßes, kam man davon ab und verbot sie weithin. Aber mit Blick auf Corona ist dem Altmaier Peter ein Licht aufgegangen: Damit im Winter mehr Menschen draußen essen und trinken können, was coronamäßig angeblich ungefährlicher ist als drinnen, solle man die Rückkehr der Heizpilze pushen. Das Mehr an Kohlendioxid könne man kompensieren. (Mit Pils?) Sogar der Hofreiter Toni, Bundestagsfraktionschef der Grünen, könnte sich trotz der Kohlendioxid-Problematik für diese Idee erwärmen. Wobei er gar nicht so arg betroffen wäre, denn im Winter friert der Toni im Freien wegen seiner vielen Haare eher weniger, zumindest am Kopf. Nur die Linkspartei schießt quer und sagt: Wer im Winter draußen sitzen wolle, solle sich dicker anziehen. Linken-Fazit: Zieh‘ dich an, Altmaier. Dicker. * Vielleicht könnte man gegen Corona auch irgendwas mit Brennstäben machen. Müsste man mal Joschka Fischer und Merkel fragen, die haben Ahnung davon. Als sie in ihrer Jugend 1994 – 98 Bundesumweltministerin war, nannte er sie im Bundestag „brennstabpolitische Sprecherin der Union.“ Nicht schlecht. * Okay, ihr kleinen Goudas! Ihr habt es immer und immer wieder probiert, uns zu überrollen. Denken wir nur an die hochmütige Truppe um Johan Cruyff beim Finale der Fußball-WM 1974 in München. Um ein Haar hätte Cruyff den englischen Schiedsrichter Jack Taylor zur Halbzeit ausgewechselt, weil der nicht nach Cruyffs Pfeife pfiff. Aber jetzt wird es wirklich ernst. Wir lasen in dieser Zeitung, dass vermehrt niederländische Gangster nach Nordrhein-Westfalen kommen, um dort Geldautomaten zu sprengen. Das Prinzip kennen wir. Frau Antje kennt sich aus mit Dynamitstangen und lässt es gerne krachen. Die Menschen, die sowas machen, heißen auf Niederländisch „Plofkrakers“. Wörtlich übersetzt: Knallknacker. Da darfst du echt keinen Tippfehler machen. Der niederländische Justizminister Grapperhaus – wir hoffen, das hat nix mit Grappa zu tun – sagt, seine Staatsanwaltschaften hätten sich ebenfalls spezialisiert…..Wie meinen? Nein, nicht aufs Geldautomaten-Knacken! Leute! Der niederländischen Kriminologe Cyrille Fijnaut ergänzt, es gebe eine loses Netzwerk von 400 meist jungen Männern, die sich, anstatt etwa im Supermarkt zu arbeiten, von Verwandten (!) in die organisierte Kriminalität einschleusen lassen, „das hat viel mehr Prestige.“ Genau! Das ist doch mal ein extrem schöner bildungspolitischer Ansatz. Außerdem erscheint da der Begriff „SB-Markt“ (SB für Selbstbedienung) in ganz neuem Glanz, äähh, Licht.