Breidenbachs Woche: Joachim!

Schmerzverzerrtes Gesicht: Bundestrainer Jogi Löw könnte nach der WM aus seinem Vertrag aussteigen. Foto: dpa

Der deutsche Fußball ist völlig im Eimer. In Frankfurt amüsieren sich jetzt schon lustige Witwen mit dem DFB-Pokal. Höchste Zeit, dass wieder Zucht und Ordnung herrschen.

Anzeige

. „Und die Welt hörte auf sich zu drehen. Die Vögel verstummten, die Sonne verbarg ihr Antlitz voller Grauen.“ So steht es geschrieben, nicht im Tagebuch des Jogi Löw, aber im Roman „Die Insel der Orchideen“, verfasst von Tessa White, welchselbiges das Pseudonym einer Autorin ist, die gemeinsam mit ihrem Mann ausgedehnte Reisen durch Asien unternahm. Das passt gut, unternahm doch Jogi, der Jammervolle, mit seinen Mannen gerade ausgedehnte Reisen durch die Abwehrketten der Südkoreaner. Ganz ähnlich wie Odysseus auf seiner Odyssee, wie Homer schreibt: „Und die Sonne sank und Dunkel umhüllte die Pfade.“

*

In so einem Elend kannst du nur noch lyrisch werden. Oder endlich durchgreifen!! Das Brandenburger Tor wird 30 Tage mit schwarzen Fahnen zugehängt, Staatstrauer. Und dann herrschen künftig wieder Zucht und Ordnung! Gauland übernimmt den ganzen Laden, und dann bauen wir die Mauer wieder auf. Können alle linken Spinner rübergehen. Dann fliegen erst mal alle Ausländer aus der Nationalmannschaft, Özil, Gündogan, Khedira, Gomez, und wie sie alle heißen. Und selbst, wenn sich einer hinter dem guten deutschen Namen „Rüdiger“ versteckt – man sieht doch Schwarz auf Weiß, was da los ist! Und Jogi, jetzt ist Schluss mit den Faxen, von wegen Friseur, Maniküre, Pediküre. So benimmt sich kein deutscher Mann! Und Taschenbillard nur, wenn Rechts gewinnt! Und in Zukunft heißt du wieder Joachim! Jogi – Jogi-Bär oder was? Wir sind doch hier nicht im Zoo!

*

Anzeige

Korea. Erst dachten wir, der komische Mops aus Pjöngjang hätte mitgemischt, aber der ist ja Nordkorea, quasi die DDR von Korea. Südkorea, da hätten wir vor Wut fast unser Samsung-Handy ins Klo geworfen. Wobei: Der Südkoreaner an sich ist ja angeblich sauber und fleißig. Andererseits: Hat doch der Gerd Schröder jetzt eine Südkoreanerin bei sich aufgenommen. Das hat ganz Südkorea Auftrieb gegeben. Dachten die sich: Die Deutschen werden knieweich und gehen uns auch beim Fußball auf den Leim.

*

Laut FAZ wurde der DFB-Pokal, also dieser komische Topf, den im Mai Eintracht Frankfurt gewann, bei einer Aufführung der „Lustigen Witwe“ in der Frankfurter Oper herumgereicht. Nein, niemand ist gestorben. Aber die nächste Oper ist immer die schwerste. „Wanderpokal“ mal ganz anders. Erklärung: Der Pokal werde „zu besonderen Gelegenheiten Institutionen und Unternehmen überlassen, die der Eintracht nahestehen.“ Stehen lustige Witwen der Eintracht nahe? Wir finden: fußball-affin sind eher Léhars „Land des Lächelns“, Samuel Becketts „Endspiel“ und natürlich von Peter Handke „Publikumsbeschimpfungen“ und „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“.

*

Auch der Flughafen und das Rotlichtviertel als Frankfurter Institutionen könnten sich auf den Topf setzen.....äääh, könnten auf den Topf setzen, vor allem wegen des Nachtflugverbots, das für Tormänner im Rotlichtviertel gilt. Ausnahmegenehmigungen? Da schweigt des Sängers Höflichkeit. Für eine Galavorstellung eignet sich der Pokal-Topf natürlich, wenn es um Goethes „Faust“ geht: „Hier steh‘ ich nun, ich armes Tor // und bin so klug als wie zuvor....“ Kleiner Scherz. Es heißt natürlich: „Hier steh‘ ich nun, ich armer Tor....“ Wobei sich Überschneidungen ergeben können, falls der Tormann Loris-„Ich-schmeiß-mir-zwei-Tore-im-Championsleague-Finale-selber-rein“ Karius mal eine Gastrolle übernimmt, sinnvollerweise dann aber nicht in Goethes „Faust“, sondern eher in „Fack ju Göhte“.