Breidenbachs Woche: Kampfstern Kallstadt

Donald Trump. Foto: dpa

Trump auf Tour, und auch bei der Bundeswehr soll’s lustiger werden. Champagner? Kaviar? Ursula von der Leyen macht Tabledance?

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. Gemach. Die Piloten von Marinehubschraubern bekommen, weil die Hubschrauber die Seepferdchen-Prüfung nicht bestanden haben, jede Weihnachten schicke neue Badehosen und diese Schwimmflügelchen für die Ärmchen, wie man sie vom Mutter-und-Kind-Schwimmkurs kennt. U-Boot-Fahrer bekommen ein kleines Büchlein „Not-Testament ohne Notar – Mein letzter Atemzug“. Wahlweise gibt es für U-Boot-Kapitäne Freifahrtscheine für eine Hafenrundfahrt auf der Gorch Fock, einst Segelschulschiff und Stolz der Marine, jetzt eher ein Fall für den Marine-Urologen nach dem Motto: „ab aufs Trockendock, früher war alles besser“. Nicht zuletzt: Kampfjet-Piloten erhalten kostenlos eine Broschüre mit launigen Anekdoten: „Runter kommen sie immer“.

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Sehr schöner Übergang jetzt zu Donald Trump. Als er erfuhr, dass er nach Hanoi reisen soll, fragte er: „Ist das bei Stuttgart, die Schwaben sagen doch immer ‚Ha, Noi!‘?“ Sein Kumpel Kim Jong-un, den er in Hanoi traf, fuhr, so lesen wir in der Süddeutschen Zeitung, 60 Stunden mit dem Zug zum Treffpunkt. Diese Art des Reisens kommt für Trump nicht in Frage. Er würde sich im Zug verirren oder auf der Zugtoilette verletzen. Oder umgekehrt.

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Ob Hanoi so ein guter Gipfelort war? Die Amis waren ja schon mal in Vietnam, bis in die 70er-Jahre. Trump würde es als „großartig“ bezeichnen, was die Amerikaner damals militärisch dort veranstalteten. Es war so großartig, dass die letzten US-Bürger sogar Muße fanden, beim Finale vom Dach der Botschaft aus mit dem Hubschrauber den Heimflug anzutreten. Wobei das vermutlich schon noch Hubschrauber waren, die ihre Seepferdchen-Prüfung bestanden hatten. In den sechziger Jahren hatten viele GIs gedacht, dass alles wäre Kino, Vietcong als King Kong, aber dann merkten sie bald, dass sie im falschen Film waren. Und jetzt wählt Trump Hanoi als Gipfelort. Make Vietcong Great Again.

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Also, Gipfeltreffen mit Donald und Kim. Ort: Hanoi, Metropole-Hotel, hier hat, wie wir lesen, 1936 Charlie Chaplin gewohnt. Das heißt, vor Trump nächtigte dort auch schon mal ein Qualifizierter unter den Komikern. Zum Essen gab‘s Steak, Torte und getrocknete Kaki. Achtung, liebe Kinder, das ist nicht das, wonach es klingt, sondern es sind orangefarbene süße Früchte, äußerlich einer großen Tomate ähnelnd.

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Aufsehen erregten Kims Reisebegleiterinnen, darunter die Sängerin Hyong Song-wol. Song-wol – auf Deutsch: Lied zum Wohlfühlen. Von ihr meldeten Südkoreas Medien schon mal, sie sei hingerichtet worden. Das war offenbar übertrieben. Kims Gemahlin Ri Sol-ju bevorzugt Handtaschen von Chanel. Karl Lagerfeld würde sich im Grab umdrehen.

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Wenn wir Kim betrachten, müssen wir irgendwie an den Mond denken und daran, dass Trump ja kürzlich eine Weltraumverteidigung ins Spiel brachte. Angesichts des pfälzischen Heimatorts von Trumps Vorfahren sehen wir‘s schon vor uns: „Kampfstern Kallstadt“.