Breidenbachs Woche: Kerosin! Ist das Saarland noch zu retten?

iPhone X Vorstellung. Foto: Marcio Jose Sanchez / AP / dpa.

Manchmal fallen Sachen irgendwo raus, da fällt dir echt nix mehr ein. Wenn sich dann noch Piloten krank melden, vielleicht wegen schlechter Eier, dann wird’s gefährlich.

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. Wir kennen die wunderbare Fluggesellschaft Air Berlin. Seit dem Fipronil-Skandal war da ein bisschen Unruhe, aber nachdem allen klar wurde, dass „Air“ ja nix Schlimmes ist, eher im Gegenteil, weil ja zum Beispiel „Buenos Aires“ auf Deutsch sinngemäß „gute Eier“ heißt, beruhigte sich die Szenerie.

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Okay, Air Berlin ist pleite, aber wer ist das nicht. Es gibt Sozialplanverhandlungen, und davor hatten sich Piloten massenhaft krank gemeldet. Vielleicht wegen schlechter Eier, oder wegen Flugangst oder Höhenschwindel. Die Piloten haben sich, kein Scherz, aber schlagartig wieder gesund gemeldet. Wahrscheinlich aus Genugtuung über die Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wonach eine Lufthansa-Maschine wegen eines Fahrwerkproblems kurz nach dem Start wieder umkehren musste. Weil das aber mit 75 Tonnen zu viel Kerosin an Bord schwer geht, habe der Flieger diese 75 Tonnen Kerosin über der Pfalz, dem Saarland, dem Hunsrück und der Eifel „abgelassen“. Ablassen, schon immer schwierig, man denke nur an Martin Luthers Sturmlauf gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche. Wobei: Immer noch besser, in großer Höhe Kerosin aus dem Flugzeug zu schmeißen als missliebige Leute, letzteres bekannt als die nordkoreanische Lösung.

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Die Bundesregierung sagt sinngemäß, das Kerosin sei total unschädlich. Praktisch wie die abgebrannten Kernbrennstäbe bei den Atomkraftwerken. Wir vermuten eher: Kerosin, da kann ich mich auch gleich hinter einen Auspuff legen und Diesel schnüffeln. Deshalb könnten jetzt die Pfälzer sagen: Aha, Kerosin über dem Saarland, jetzt wissen wir endlich, warum die einen an der Klatsche haben. Die Saarländer sagen das umgekehrt natürlich über die Pfälzer genauso, fügen aber hinzu: „Ei, der Schwenkbraten hat neulich doch e bissje komisch geschmeckt.“ Die Leute in der Eifel und im Westerwald sehen das vielleicht eher pragmatisch und sagen: „Am Morgen ein Joint // und der Tag ist mein Froind.“ Kerosin, das Crystal Meth des kleinen Mannes.

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Harter Übergang jetzt. Apple stellt sein neues iPhone vor. Wir Älteren wissen: iPhone, Hardcore-Handy. Wir lesen, das iPhone X habe organische Leuchtdioden und koste 1200 Mäuse. Im Klartext: Organhandel mit Taschenlampe. Die Süddeutsche Zeitung klagt, diese Dioden seien nicht neu, Samsung habe sie „seit vielen Jahren für Smartphones eingesetzt.“ Ja, eingesetzt schon, aber sind die dann nicht dauernd abgebrannt? „Kleine Taschenlampe, brenn“ – die guten alten 80er Jahre, Neue Deutsche Welle, Lied von Markus, nein, nicht Söder!

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Apple verspricht, dass seine „Face ID“, die Gesichtserkennung, Tag und Nacht funktioniere. Wir fragen uns: Geht nicht auch das Apple-iPhone in Flammen auf, wenn manche Leute nach grauenhafter Nacht Gesichtserkennung betreiben? Oder es läuft so: Du guckst dein iPhone an und es sagt: „Wer bist du denn, du Chaot, geh‘ dich erst mal rasieren.“ An dieser Stelle fragen sich dann manche: Ist das jetzt mein iPhone oder meine Frau? Aber Apple bleibt cool: Auch wenn sich ein User einen Bart wachsen lasse, klappe die Gesichtserkennung. Beispiel: Angela Merkel klebt sich einen falschen Bart an, um die NSA zu täuschen. Wenn ihr iPhone dann zu ihr sagt: „Moin, Schulz“, oder: „Schön Sie zu sehen, Herr Lindner,“ oder: „Kann ich bitte ein Autogramm haben, Herr Klopp!“, dann wäre das nicht gut. Akzeptabel wäre es dagegen gerade noch, wenn das iPhone sagt: „Komm, Mutti, mach kein‘ Quatsch. Mach‘ mir die Raute, dann lass‘ ich dich rein.