Breidenbachs Woche: Silbereisen muss von der Leyen trösten

Könnte Trost gebrauchen: Ursula von der Leyen. Foto: dpa

Im Fall Gorch Fock sitzen die Nieten überall. Da hilft nur Geld. Chinesen haben welches, in Düsseldorf verteilen sie es sogar.

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. Wenn wir das richtig verstanden haben, dann wird ja Florian Silbereisen Kapitän vom neuen Traumschiff Gorch Fock, und dann stellt er sich wie im Film „Titanic“ vorne an den Bug und umfängt mit seinen Armen von der Rückseite her, von „achtern“, wie wir Seeleute sagen, Ursula von der Leyen, weil Helene Fischer ja vor einiger Zeit über Bord gegangen ist, quasi. Also, Gorch Fock, Segelschulschiff der Bundesmarine, oder, wie manche sagen „Brexit-Dampfer“ oder „Titanic 2.0“. Reparaturkosten ursprünglich auf 9,6 Millionen veranschlagt, Stand jetzt: 130 Millionen.

Aber: Meine Güte, macht nicht so ein Gedöns, 120,4 Prozent Kostensteigerung, das hast du ja praktisch bei jeder Klosanierung im Zweifamilienhaus. Aber der Bundesrechnungshof macht Zirkus, wahrscheinlich nur, weil er mit Autogrammkarten von Florian Silbereisen bestochen werden will. Und das Verteidigungsministerium muss sich verteidigen. U-Boot-Ursula, die Frau, bei der jedes Torpedo-Rohr voller Respekt zusammenschrumpft, Uschi: unbedingt abwehrbereit. Wir lesen in der wunderbaren FAZ, es gibt einen „Havarie-Beauftragten“ für Fälle wie die Gorch Fock. Früher hat Helmut Kohl so was nebenbei mitgemacht, und sein ehrenamtlicher Klabautermann war Nobby Blüm.

„Was treiben Sie seit Jahren, Sie und Ihre Herumlunger-Crew?“

Wir lesen: Das Verteidigungsministerium verteidigt den Plan, dass die Gorch Fock-Crew zur Hälfte am Schiff bleibt, auch wenn jenes auf dem Reparatur-Dock liegt. Innere Bindung. Nieten halten zusammen. Wir kennen das vom Rudern. Dort ist die eiserne Regel: Wenn das Boot kentert, alle am Boot bleiben. Gemeinsam ist das Ertrinken lustiger. Dann fiel uns noch ein phantastischer Begriff auf: Das Ministerium schäumt, weil die Gorch Fock-Crew vom Rechnungshof als – Achtung: „Herumlunger-Crew“ bezeichnet worden sei!! Verehrte Frau Kanzlerin, was treiben Sie da eigentlich seit Jahren, Sie und Ihre Herumlunger-Crew? Und Sie erst, Frau Nahles, bei Ihnen ist das Motto offenbar ohnehin „lieber lungern als hungern“.

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Eine Chinesin, so lesen wir in der Süddeutschen Zeitung, ließ in der S-Bahn von Düsseldorf nach Köln einen Rucksack mit 10.000 Euro liegen. Der „Triebfahrzeugführer“ fand ihn und gab ihn samt Geld zurück. Trotz des Begriffs „Triebfahrzeugführer“ gehen wir bis zum Beweis des Gegenteils nicht davon aus, dass die Chinesin eine Prostituierte war, denn nicht jede größere Bargeldsumme stammt aus einer Bar. Gestärkt wird mit dieser Geschichte die alte Weisheit, dass das Beste an Düsseldorf alle denkbaren Verkehrsverbindungen nach Köln sind. Bewahrheitet hat sich auch die Kölner Weisheit: „Et hätt noch immer jot jejange.“ Und für die 10 000 Mäuse gilt: Am besten „käsch (cash)//bläck in de Täsch“.

Am 18. Oktober 2015 ließ der damalige Wolfsburger Bundesligaprofi Max Kruse 75.000 Euro Bargeld in Berlin in einem Taxi liegen. Das war, so lesen wir im Archiv, morgens zwischen 6.15 und 7.20 Uhr, woran man sieht, dass diese Bundesligaprofis zum Arbeiten verdammt früh auf den Beinen sind. Kruse bekam das Geld nie zurück, um nicht auf Hartz IV zu fallen, muss er heute noch spielen, bei Werder Bremen. Jogi Löw nominierte ihn nie mehr für die Nationalelf, wahrscheinlich aus Eifersucht, weil ihm nie so spannende Sachen im Taxi passieren. Kein gutes Omen: Kruses Berater war 2015 Thomas Strunz, einst Liebling von Giovanni Trapattoni: „Was erlaube Struuunz?“ Wieder mal hängt alles mit allem zusammen.