Breidenbachs Woche: Tuchel wird GroKo-Trainer

Thomas Tuchel. Foto: dpa

Der Fußball-Übungsleiter Thomas Tuchel könnte nach London gehen oder nach Paris, aber das wäre ja langweilig. Leute wie Peter Altmaier oder Andrea Nahles geschmeidig zu...

Anzeige

. Der Fußballtrainer Thomas Tuchel wurde in Mainz und in Dortmund weltberühmt durch zwei Dinge: Er bekam innerhalb kürzester Zeit mit fast allen Leuten tierisch Krach, und er wollte seinen Spielern in Dortmund fast nichts zum Essen geben. Er selbst hat auch fast nichts gegessen. Wir haben das selbst mal erlebt, da saß er in einem in Mainz weltberühmten Hotel, das auch immer in den Zeitungen steht, auf der Veranda und aß nichts außer Salat. Praktisch Salat ohne alles, nur mit Salat. Dann kam der Patron des Hotels, der mindestens so berühmt ist wie sein Hotel, an Tuchels Tisch, damit auch alle merkten, dass der Tuchel den Patron mit seinem Hotel lieb hat. Wahrscheinlich hat der Patron dann versucht, den Tuchel zu einer Orgie zu überreden, also Apfelschorle zu trinken, aber vergeblich. Bei Borussia Dortmund hat die Clubführung den Tuchel dann gehen lassen, ehe die ganze Mannschaft verhungert ist, das wär ja irgendwie blöd gewesen.

*

Beim FC Bayern hat sich der Hoeneß jetzt gedacht, mia ham schon ganz andere ans Saufen gebracht, der Loddar Maddäus zum Beispiel, der redet ja auch viele Jahre nach seinem Karriereende noch immer so, als hätte er vier Maß intus. Aber der Loddar braucht null Alkohol, um so zu reden, der Loddar ist da praktisch ein Wunderkind, der hat mit vier Jahren schon so geredet wie später als Fußballer.

*

Anzeige

Aber der Tuchel hat den Bayern einen Korb gegeben...., nein, keinen Brotkorb! Er hat wohl gedacht, zu so einem Haufen, wo sie Lederhosen anziehen, Bier trinken und Weißwurscht essen, da geh ich nicht hin, sonst werd‘ ich noch zum Mitesser. Denkbar, dass der Tuchel doch wieder zu Mainz 05 geht, nach London oder nach Paris. Böse Zungen behaupten, er habe Mainz 05 gesagt: „Ich komm‘ wieder zu euch, wenn ihr mir den Patron von dem Hotel und euer Weck, Worscht unn Woi-Gedöns vom Hals haltet.“ Die französische Sportzeitung L‘Équipe, kein Scherz, schrieb am Freitag, Tuchel habe sich mit Verantwortlichen von Paris Saint-Germain getroffen und für Begeisterung gesorgt, „mit fließendem Französisch“. Also offenbar schon mehr als das übliche „voulez-vous coucher avec moi ce soir?“-Geblubber. Paris würde passen, unter Tuchel würden die Spieler keine Schnecken mehr zum Essen bekommen, damit sie nicht deren Tempo annehmen. Und in London – da würde der Tuchel natürlich ins Koma fallen vor Freude: Haferschleim zum Frühstück, wenig, dafür aber kalt und absolut geschmacklos, das wäre für den Tuchel das vollkommene irdische Glück.

*

Wir sagen: Der Tuchel wird weder Trainer in London, noch in Paris, sondern bei der GroKo. Seitdem er neulich den Altmaier gesehen hat und die Nahles, weiß er: Ja, die brauchen mich jetzt.

*

Man könnte sich denken, der Tuchel hatte auch ein Angebot, personal trainer zu werden bei dem Kerl, bei dem wir immer an „Die dicken Kinder von Landau“ aus der Harald-Schmidt-Show denken: Kim Jong-un, nordkoreanischer Kampfzwerg und Machthaber.

Anzeige

*

Es war dann am Mittwoch keine Pekingente, dass Kim zum Staatsbesuch nach China fuhr. Und zwar, kein Witz, mit dem Zug! Kim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Durch den Anzug, den Kim trug, entstand zwar der Eindruck, er komme geradewegs aus dem Schlafwagenabteil, aber na ja. Die FAZ schreibt: „Es war Kims erste Auslandsreise seit seinem Machtantritt 2011.“ Logisch. So einen kannst du nicht frei rumlaufen lassen.