Bunte Grüße zur Aufmunterung

aus Coronavirus-Pandemie

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Katrin (links) und ihre Schwester Sarah verteilen die Grußkarten in ihrem ganzen Stadtviertel. Foto: Thorsten Gutschalk

Die Schwestern Katrin und Sarah Justen verteilen am Lampertheimer Guldenweg selbst gefertigte Postkarten.

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. LAMPERTHEIM (frg). Es ist eine von vielen Familien, die durch die momentane Corona-Epidemie an das Haus gefesselt ist. Marion und Michael Justen mussten gezwungenermaßen ihr Arbeitsleben in die Wohnung verlagern. Bei ihren beiden Töchtern Sarah und Katrin ist seit Tagen die Schule geschlossen. Die elfjährige Sarah besucht das Lessing-Gymnasium und Katrin, die zehn Jahre ist, geht in die Goethe-Schule.

Am Anfang war das Daheimsein noch ganz schön - wie Urlaub. Alle zu Hause, schön zum Chillen und zum Relaxen. Mit der Zeit wurde es aber langweilig, und auch die Nachrichten über die Corona-Situation wurden nicht besser. Da überlegte die Familie, was sie gemeinsam unternehmen könnte, um die eigene Langeweile zu vertreiben und gleichzeitig anderen etwas Freude zu bereiten.

Schnell entstand die Idee, Bilder zu malen und diese in der Nachbarschaft zu verteilen. Die Mädchen haben diese Malarbeiten mit einem schönen Spruch versehen, wie "Liebe Nachbarn, die Sonne lacht, du bist erwacht und ich habe an dich gedacht" oder "Aufstehen und an etwas Schönes denken, lächeln, glücklich sein".

Marion Justen hat die Bilder dann eingescannt und auf Postkarten-Größe verkleinert. Die Familie hat anschließend diese Karten sauber ausgeschnitten und gemeinsam in der Nachbarschaft des Wohngebiets Guldenweg verteilt. "Wir haben in jeden zugänglichen Briefkasten eine Karte eingeworfen", erzählt Marion Justen. Das waren nicht nur Freunde und Nachbarn in der Umgebung, sondern auch Hochhäuser und das Altenheim.

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Da als Absender nur die Namen Sarah, Katrin und Marion standen, rätselten die Empfänger, wer für diese schöne Idee zuständig sei. "Sogar meine Cousine hat mich angerufen und gefragt, ob wir das gewesen wären", lacht Marion Justen. Dann wurde die Aktion zum Selbstläufer. Viele Menschen haben sich gefreut, bedankt und eine positive Rückmeldung gegeben zu dem Grußkartengeschenk.

Völlig überrascht von der Karte war auch Ania Zeymer. "Wir hatten daheim am Sonntag durch die ganze Corona-Geschichte keine gute Laune", erzählt sie. Das hat sich aber verändert, als sie die Karte in ihrem Briefkasten vorfand. Über Facebook fand Zeymer die Adresse der Familie Justen heraus. Als Dankeschön brachte sie den Kindern einen "Osterhasenkorb" vorbei, verbunden mit einem persönlichen Brief des Dankes.

"Wir haben am Anfang nicht gedacht, dass das eine große Sache wird", freut sich Sarah Justen, "und haben lediglich eine Freude machen wollen". Schwester Katrin ergänzt: "Das Ganze war die Idee von Mama. Wir wollten damit nur etwas Gutes tun."