Die Kaffeemaschine spricht zu uns

Kaffeemaschine mit Weckfunktion - und mehr. Foto: dpa

Mit dem Abhören, das ist erst der Anfang. Ein Wunder, dass das Königsbaby nicht mit eingebautem Mikrophon zur Welt kam.

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. Unser aller Kanzlerin sollte vor ihrem Urlaub der Bundespressekonferenz Auskunft über das geheime amerikanische Abhörprogramm geben. Ihre Antwort: "Psssst! Nix verraten!!"

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Wir haben dann in der wunderbaren FAZ, natürlich im Feuilleton, einen langen Aufsatz gelesen, dass das alles noch viel heftiger wird, mittels Algorithmen Personen zu klassifizieren und ihr Verhalten vorauszuberechnen. Algorithmen, das waren doch die Dinger, wo man bei Google "Bettina Wulff" eingab, und dann kam, na, Sie wissen schon. Es war dann in einem Schaubild dargestellt... wie meinen? Nein, nichts mit Bettina Wulff! Leute!! Also, es war dargestellt, dass Gegenstände miteinander kommunizieren. Wir stellen uns das so ähnlich vor wie in dem Sketch von Otto Waalkes: Susi Sorglos sagt: "Mein Föhn spricht zu mir." In dem Schaubild ist es so, dass miteinander kommunizieren: der Computer im Büro, das Auto, die Deutsche Bahn, die Autobahnmeisterei. Sachverhalt: Eine Besprechung verschiebt sich, das Auto weiß, dass es tanken muss, die Bahn hat Verspätung und auf der Autobahn ist ein Unfall. Unter dem Strich kann ich 5 Minuten länger schlafen, was mein Wecker meiner Kaffeemaschine mitteilt. Total lebensnah.

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Wir stellen uns das so vor. Bürocomputer an Wecker, Bürocomputer an Wecker: "Breidenbach kann länger schlafen." Wecker an Büro, Wecker an Büro: "Der schläft doch meistens, vor allem bei euch im Büro." Bahn an Wecker, Bahn an Wecker: "Wir haben Verspätung." Wecker an Bahn, Wecker an Bahn: "Ooch jooh, sag‘ bloß! Was für eine Überraschung!" Bahn an Wecker, Bahn an Wecker: "Verarschen können wir uns selbst." Wecker an Bahn, Wecker an Bahn: "Bei euch klappt doch nicht mal die Klobrille." Auto an Wecker, Auto an Wecker: "Ich brauch Sprit." Wecker an Auto, Wecker an Auto: "Wolltest Du nicht ein bisschen langsam machen mit der Schluckerei?!" Wecker an Kaffeemaschine, Wecker an Kaffeemaschine: "Bist du schon heiß?" Kaffeemaschine an Wecker, Kaffeemaschine an Wecker: "Bei mir nur noch mit Kapsel, Nespresso, George Clooney und so." Autobahnmeisterei an Kaffeemaschine: "Kannst Du uns helfen, unsere Tee(r)maschine ist kaputt." Auto an Autobahnmeisterei: "Lass bloß unsere Kleine in Ruhe!" Am Ende geht übrigens alles total schief, weil der Wecker nicht klingelt. Seine Batterie ist leer.

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Wenig los dieses Jahr bei der Tour de Farce. Fast könnte man sagen: ein bisschen blutleer. Die letzte Etappe in Paris endete diesmal erst abends, was doppelt praktisch ist, weil erstens abends mehr Kneipen offen haben als mittags, und zweitens: Im Dunkeln//ist gut munkeln, man sieht das ganze Elend dann nicht so arg. Uns Älteren kommt da auch dieses berühmte Lied von Caterina Valente in den Sinn: "Wenn es Nacht wird in Paris." Die Textzeile, die von der Tour de Farce handelt, geht so: "Dreh dich nicht um nach fremden Schatten//Dreh dich nicht um nach ihrem Klang//Spürst du auch im Geheimen den dunklen Drang//Folg nicht dem fremden Schicksal auf seinem Gang." Gut. Schatten auf der Lunge, deren Klang ein pfeifender ist wegen dem vielen Traubenzucker. "Im Geheimen", nun, warum sollte die NSA ausgerechnet beim Radfahren nicht mithören. Der dunkle Drang - klarer Hinweis auf Probleme bei der Urinprobe. Abhilfe könnte der Kerl auf dem Flur - Gang - schaffen, der Fremdurin anbietet, aber es ist seiner, und er heißt Lance Armstrong, und da kannst du dich auch gleich selbst ins Gefängnis einweisen.

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London. Das Baby, super Stimmung. Lizzie und die Feierbiester, wie wir das nennen. Der Knabe heißt George Alexander Louis, zu Ehren von George Clooney, Peter Alexander und Louis XIV., dem Sonnenkönig. Wir lasen dann bei "Spiegel online", dass die Engländer nicht nur auf den Namen, sondern auch darauf wetteten, was denn die ersten Worte des Babys sein würden. Unsere persönlichen Favoriten. 1.) "Ich dachte, der Innenminister muss bei der Geburt dabei sein. Wo war Friedrich?!" 2.) "Was heißt hier Milch? Habt Ihr nichts Anständiges zu trinken?" 3.) "Die Honorare für die ersten Fotos überweist Ihr gefälligst auf mein Schweizer Nummernkonto." 4.) "Hat sich der alte Mann, den ich ‚Opa‘ nennen soll, seine Segelohren operieren lassen? Und schickt bitte seine Frau aus dem Zimmer, bei der kriegt man ja Angst." 5.) "Onkel Harry ist echt cool. Außer, er zieht sich zum Spaß eine Hakenkreuzarmbinde an." 6.) "Das dritte Tor im WM-Finale 1966 gegen die Krauts war doch drin. Ich hab‘s genau gesehen."