Glücklich sind die geistig Armen

Auf der Alm, da gibt´s koa Sünd... Vor dem Gipfel in Schloss Elmau. Foto: dpa

Über allen Gipfeln ist noch lange keine Ruh’. Schloss Elmau mit G 7. Gesucht wird noch ein Schlossgespenst. Ein Schweizer hat super Chancen auf den Job.

Anzeige

. Der Blatter Sepp ist vom Gipfeltreffen auf Schloss Elmau ausgeladen worden, deshalb haben wir jetzt nur noch "G 7"....oh, da haben wir schon wieder was verwechselt, das ist ja der Putin, der da rausgeflogen ist. Wobei wir keinesfalls die Fifa mit den G 7-Staaten vergleichen wollen. Allerdings, wenn es um gewisse Geldgeschäfte geht.... Mit Griechenland ist es jetzt wohl so, dass die Griechen aktuell ein paar hundert Millionen zurückzahlen sollten, damit sie ein paar Milliarden bekommen. Logisch, dass die Griechen vorschlagen, die paar hundert Millionen gegen das, was sie kriegen wollen, aufzurechnen. Heißt: Sie zahlen jetzt nix zurück und bekommen aber auch nicht weniger, weil es ja "auf"-rechnen und nicht "runter"-rechnen heißt, und von dem, was sie neu bekommen, zahlen sie dann aber vielleicht auch wieder nix zurück. Grexnix, quasi. Aber Zeus sei Dank ist das alles nur eine Frage der Mathematik, und da haben die Griechen ja Pythagoras und die anderen klugen Jungs.

*

Bei der Fifa ist der Blatter jetzt immerhin zurückgetreten. Sehr schön passt dazu das, was die FAZ dieser Tage in ihrer neuesten Rubrik "Kindersprüche" veröffentlicht hat: "Eigentlich sind wir doch nur alles kleine Arschlöcher, die auf einer blauen Kugel um die Sonne kreisen." Das hat Oskar gesagt, nein, nicht Lafontaine, obwohl der das auch gesagt haben könnte. Nein, dieser Oskar ist erst acht Jahre alt. Aber aus dem wird mal was.

*

Anzeige

Passt alles zur Fifa. Der Blatter ist äußerlich ja wirklich eher klein. Blaue Kugel, der Ball ist rund. Und wer‘s nicht glaubt, wird rundgemacht. Es geht natürlich auch auf die sanfte Tour. Wir entnehmen der Deutschen Presse-Agentur, dass die Fifa dem irischen Verband fünf Millionen rübergeschoben hat, nachdem die Iren bei der WM-Qualifikation für 2010 durch ein glasklares Handspiel der Franzosen rausgeflogen waren. Der Streit geht jetzt nur darum, ob es Dollar oder Euro waren. Fünf Millionen. Für eine Hand - voll Dollar. Voll krass. Gut, das Prinzip "Handgeld" war früher im Fußball gang und gäbe. Man könnte auch sagen: Eine Hand wäscht die andere. Schweigegeld, damit die Iren nicht irre werden? Sagen wir: Der Fifa-Schatzmeister hatte ein gutes Händchen. Den Franzosen müsste das peinlich sein. Aber nachdem ihr Präsident Hollande dabei erwischt wurde, wie er sich auf dem Beifahrersitz eines Motorrollers heimlich zu seiner Freundin kutschieren ließ, sicher, um mehr zu halten als bloß Händchen, seitdem sind die Franzosen in puncto Peinlichkeit echt abgehärtet.

*

Bei dem ganzen Fifa-Zirkus sind die wirklich wichtigen Fußballsachen viel zu kurz gekommen. Zum Beispiel: Die Mannen des SV Darmstadt 98, genannt "Lilien", sind in die Bundesliga aufgestiegen, und der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat dem Verein dazu ausdrücklich gratuliert! Wenn man in der Bibel liest, könnte man ohnehin glauben, der SV Darmstadt 98 habe schon vor urdenklichen Zeiten eine herausragende Rolle gespielt. So lesen wir in Matthäus Kapitel 6, Vers 28: "Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht...." Na, immerhin. Insgesamt scheint das Matthäus-Evangelium vieles aus dem Fußball zu antizipieren. Nehmen wir Matthäus Kapitel 7, Vers 14: "Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn." Da kennen wir aber einen aktuellen, um nicht zu sagen: akuten Matthäus, der das sofort interpretieren würde: "Ein Loddar Matthäus ist auf dem Felde immer gewachsen, und zwar über mich selbst hinaus. Und den Weg zum Tor, das zum Leben führt oder zum 1:0 oder egal, hat ein Loddar Matthäus noch immer gefunden." Ach, ja. Wieso kommt uns da jetzt Matthäus Kapitel 5, Vers 3 in den Sinn: "Glückselig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel."?

*

Schöner Übergang. Noch mal zum Gipfel, Schloss Elmau, auf der Alm, da gibt‘s koa Sünd. Wir meinen, jedes anständige Schloss muss ein Schlossgespenst haben! Wenn schon Putin nicht da ist. Und eines der berühmtesten Schlossgespenster ist Hui Buh, verewigt in Hörspielen und einem Kinofilm von 2006. Super Name: "Hui", wie vorne hui, hinten pfui, also Fifa, und "Buh" wie Demos gegen G 7. Die Story: Ritter Balduin spielt beim Glücksspiel aus Gewinnsucht falsch, wird erwischt und vom Blitz getroffen und damit in das Gespenst Hui Buh verwandelt. Leute, es kann doch wirklich nur einen geben, den Blatter Sepp, der so eine Nummer durchzieht! Wie meinen? Wir brauchen jetzt auch noch ein Burgfräulein? Leute, reißt euch zusammen!