Google Trends: Danach haben Hessen 2020 gesucht

Was die Hessen dieses Jahr beschäftigt hat: Corona, ein Wintersturm und immer wieder Corona. Fotos: dpa

Ausgangssperre, Maskenpflicht, Schulschließungen und Sturmwarnungen: Das Jahr in Hessen war turbulent, was auch der Blick in die Top-Suchbegriffe bei Google zeigt.

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HESSEN. Wer im Internet sucht, der nutzt dafür (fast immer) Google. Mit 95 Prozent Marktanteil ist der Konzern mit dem bunten Logo absolut dominant im Bereich der Internet-Suchmaschinen. Und deshalb ist das, was die Menschen dort suchen, auch durchaus ein aussagekräftiger Jahresrückblick. Fast schon ein Spiegel der Gesellschaft. Und was da so genau gefragt beziehungsweise gegooglet wird, macht das US-amerikanische Unternehmen seit Jahren auf einer Website namens „Google Trends“ öffentlich: für Deutschland und den Rest der Welt.

Doch wie sieht es regional aus? Wir haben nachgefragt – und von Google die Top-10-Suchbegriffe für Hessen bekommen. Über die Methodik ist allerdings wichtig zu wissen: Die Listen der Top-Aufsteiger sind laut Google die sogenannten „trending searches“, also die am stärksten aufsteigenden Suchbegriffe des Jahres 2020. Dies sind Begriffe, bei denen die betreffenden Suchanfragen 2020 für eine anhaltende Phase einen besonders starken Anstieg im Suchinteresse im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet haben. Und das Suchinteresse in Hessen war in diesem Jahr - wenig überraschend - von einem Thema dominiert: Corona. Eine Suchanfragen unter den Top10-Suchen in Hessen doppelte sich ("Corona Hessen aktuell" und "Corona aktuell Hessen"), weshalb wir im Jahresrückblick die neun am meisten gesuchten Begriffe aus Ihrem Bundesland zusammengestellt haben.

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Platz 9: Kultusministerium Hessen

Eine der wichtigste Fragen während Corona: Bleiben die Schulen geöffnet? Lange hieß die Antwort darauf ja. Doch vor Weihnachten mussten die Schulen, wie schon im Frühjahr, erneut schließen. Die Eltern und sicherlich auch die Schülerinnen und Schüler informieren sich regelmäßig über die aktuelle Situation und suchten entsprechend häufig nach "Kultusministerium Hessen" - dem Ministerium, das für die hessischen Schulen zuständig ist und wichtige Neuigkeiten als erstes verkündet.

Platz 8: Corona-Fälle Hessen

Jeden Tag werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) die neuen Corona-Fall-Zahlen gemeldet. In den letzten Wochen wurden dabei mehrfach traurige Rekorde gebrochen. Die Hessen informieren sich entsprechend viel über die aktuellen Zahlen in ihrem Bundesland.

Platz 7: Schulen in Hessen geschlossen

Die Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland und somit auch in Hessen mussten das vergangene Schuljahr unter erschwerten Corona-Umständen zu Ende bringen. Im ersten bundesweiten Lockdown waren die Schulen komplett geschlossen. Home Schooling war angesagt. Eine Herausforderung für Kinder und Eltern. Als es dann wieder in die Schule ging, war die Angst vor einem Corona-Ausbruch an der eigenen Schule oder gar in der eigenen Klasse ein permanenter Begleiter. Immer wieder mussten ganze Jahrgänge unter Quarantäne gestellt werden. Und auch im Herbst und Winter ging das Hin und Her weiter. Erst hieß es seitens der Politik, dass Schulen, Kindergärten und Kitas in jedem Fall geöffnet blieben. Dann schlossen sie Mitte Dezember beginnend mit dem zweiten harten Lockdown größtenteils doch erneut. Ein Modell, das teils schon eingesetzt wird und nach den Weihnachtsferien wahrscheinlich noch breiter genutzt wird, ist der Wechselunterricht. Bedeutet für die Kinder, dass sie teils im täglichen, teils im wöchentlichen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und digitalem Lernen von Zuhause aus switchen.

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Platz 6: Corona-Regeln Hessen

Je länger die Pandemie andauert, desto mehr Regeln gibt es. Nachdem im Frühjahr bundesweit größtenteils einheitliche Vorgaben galten, änderte sich das im Laufe des Jahres. Von Bundesland zu Bundesland oder gar von Landkreis zu Landkreis gab es andere Vorschriften. Da fiel es schwer, den Durchblick zu behalten. Entsprechend wurde in Hessen viel nach "Corona-Regeln" gegoogelt. Kurz vor Weihnachten nahmen die Suchanfragen zu diesem Thema noch einmal spürbar zu. Denn ganz Deutschland befindet sich aktuell wieder in einem Lockdown, in dem strenge Kontaktregeln und teilweise Ausgangssperren gelten - jedoch mit leichten Ausnahmen an den Feiertagen, nicht jedoch an Silvester. Entsprechend informierten sich die Hessen vorab im Internet, was denn nun unterm Weihnachtbaum erlaubt ist und was nicht.

Platz 5: Sturmwarnung Hessen

Mitte Januar wütete das Sturmtief "Egon" über Deutschland. In der vom 12. auf den 13. Januar Nacht fegten Böen in Windgeschwindigkeiten von bis zu 148 km/h durch Hessen. Die Menschen stellten sich rechtzeitig genug auf eine stürmische Januarnacht ein, wodurch der Sturm weniger Schäden als befürchtet anrichtete. Nichtsdestotrotz kam es am Morgen danach zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen wegen umgestürzter Bäume oder Schilder.

Platz 4: Ausgangssperre Hessen

In immer mehr Städten werden und wurden zuletzt Ausgangssperren verhängt. Zumindest im Kreis Darmstadt-Dieburg gilt diese ab Dienstag aber nicht länger. Foto: dpa
In immer mehr Städten werden und wurden zuletzt Ausgangssperren verhängt. Zumindest im Kreis Darmstadt-Dieburg gilt diese ab Dienstag aber nicht länger. (© dpa)

Ähnlich wie bei den Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie herrschte und herrscht in der Bevölkerung viel Verunsicherung wegen (drohender) Ausgangssperren. Anders als bei vielen einheitlichen Regelungen, die beim bundesweiten Lockdown gelten, entscheidet jeder Landkreis eigenständig, ob mit nächtlichen Ausgangssperren gegen das Virus gekämpft wird. Oft wird der Inzidenzwert von 200 in einer Region als Grundlage für die Ausgangssperren genommen. Da so ein großer Flickenteppich entstanden ist, informieren sich die Hessen regelmäßig über die Regelungen bei ihnen vor der Haustür.

Platz 3: Schulportal Hessen

Da während der Corona-Krise das digitale Lernen, vor allem für die weiterführenden Schulen, sehr schnell, sehr wichtig wurde, launchte das Land Hessen gerade rechtzeitig das "Schulportal Hessen". Das ist ein Kommunikationstool für Lehrkräfte und Schüler und dient gleichzeitig als digitale Lernplattform sowie Organisationsinstrument. Mithilfe des Schulportals soll digital gestütztes Lernen seitens des Landes Hessen gefördert werden. Nichtsdestotrotz: In der Krise wurde deutlich, dass es an vielen hessischen Schulen in puncto Digitalisierung noch eine Menge zu tun gibt.

Platz 2: Maskenpflicht Hessen

Die Maskenpflicht wurde übers Jahr immer weiter ausgedehnt. Foto: dpa
Die Maskenpflicht wurde übers Jahr immer weiter ausgedehnt. (© dpa)

Seit Ende April herrscht in Hessen eine Maskenpflicht. Zunächst musste man nur in Geschäften, beim Arzt oder beim Friseur einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch je länger die Pandemie andauerte, desto mehr wurde diese Pflicht ausgedehnt und die Masken müssen inzwischen fast ausnahmslos in der Öffentlichkeit getragen werden. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass ausgerechnet Alltagsmasken DAS Modeaccessoire 2020 werden?

Platz 1: Corona Hessen

Wenig überraschend: Der absolute Spitzenreiter bei den Google-Suchanfragen in 2020 war das Schlagwort "Corona". Hat man sich zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland wohl erstmal ganz generell informiert, was denn dieses Virus überhaupt genau ist, dominierte Corona wohl schnell jede Konversation. Es bleibt zu hoffen, dass es im Jahresrückblick des kommenden Jahres eine deutlich kleinere Rolle spielt.