Hacker kapern Online-Kanäle von Attila Hildmann

Attila Hildmann, Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivist. Foto: dpa

Die Hacker-Gruppe Anonymous hat sämtliche Online-Kanäle von Hildmann infiltriert und wohl auch interne Mails erbeutet. Der Angriff könnte Hildmanns Reichweite weiter reduzieren.

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Berlin. Mehrere Online-Kanäle des rechtsradikalen Kochbuch-Autors Attila Hildmann sind von Hackern übernommen worden. Auf seiner Webseite erschien am Montag ein Banner des Hackerkollektivs "Anonymous". Auch Hildmanns Telegram-Kanal enthält eine Nachricht der Aktivistengruppe. Das Hackerkollektiv hat in einem Blogbeitrag die Übernahme der Kanäle für sich reklamiert und behauptet, im Besitz zahlreicher E-Mails von Hildmann und anderen sensiblen Daten zu sein.

Dem Bekennerschreiben zufolge soll ein ehemaliger Vertrauter Hildmanns die Zugriffsdaten zur Verfügung gestellt haben. Der Verschwörungserzähler bestätigte die Übernahme seiner Kanäle in einer Sprachnachricht auf einem weiteren Telegram-Kanal, der ihm zugeordnet werden kann. Dem jungen Mann, der in Hildmanns Umfeld als IT-Administrator gearbeitet haben soll, war es offenbar gelungen, den Eindruck zu erwecken, die Daten seien bei ihm sicher vor dem Zugriff der deutschen Strafverfolgungsbehörden. Deswegen habe Hildmann ihm die Logins und Internet-Domains freiwillig übergeben.

Tiefe Einblicke in die Welt des Holocaust-Leugners

"Anonymous" behauptet, die Daten gäben einen tiefen Einblick in die Welt des Holocaust-Leugners. In den kommenden Tagen würden Details veröffentlicht werden, damit die Presse und Strafverfolgungsbehörden sie auswerten könnten. So soll aus den erbeuteten E-Mails hervorgehen, welche Unternehmen nach der Radikalisierung Hildmanns sich von ihm distanziert und eine Zusammenarbeit mit dem einst erfolgreichen TV-Koch eingestellt haben und welche Firmen die Kooperation fortgesetzt haben. In dem Datenpool soll sich demnach auch das Grundrezept des veganen Energydrinks "Daisho" befinden, den Hildmann entwickelt und vermarktet hat. Zu den Internet-Seiten, die nun von "Anonymous" kontrolliert werden, gehört auch Hildmanns Online-Shop.

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In dem Bekenner-Beitrag schreibt "Anonymous" auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen Unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht wurden.

— Anonymous Germany

Von dpa