Hoeneß und Einstein

Eine schwierige Zeit für Uli Hoeneß. Foto: dpa

Die gebürtigen Ulmer Uli Hoeneß und Albert Einstein wissen: ein paar Millionen Spielgeld, ein paar Jahre Haft, Torschüsse gegen Barcelona mit Lichtgeschwindigkeit, alles ist...

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. Oleeeeé, Oleé, Oleé, Oleeeeeé. Eeeviiivaaaa Essspannnnia.

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"Groß, blond und schön." Wie meinen? Nein, nicht Uli Hoeneß! Leute! Also, die Rede ist von Máxima, gebürtige Argentinierin, neue Königin bei unseren holländischen Freunden, weil ihr Angetrauter Willem-Alexander ja am Dienstag zum König gekrönt wurde. Gouda Royal, sozusagen. Hymnisch wie es ihre Art ist beschreiben die Kollegen von "Spiegel online" die frühere Investmentbankerin Máxima. Gut, sagen wir da, lieber groß, blond und schön als klein, blond und hässlich. Happy End, aber so einfach war das nicht. Das niederländische Parlament musste nämlich eigens zustimmen, ehe Máxima und Willem 2002 heirateten. Wie meinen? Nein, die Ursache für die Brisanz war nicht, dass Argentinien Holland im Fußball-WM-Finale 1978 in der Verlängerung mit viel Stocherei untergekriegt hatte! Bleiben wir ausnahmsweise mal ernst. Der Papa von Máxima war argentinischer Minister in der Zeit der Diktatur in den siebziger Jahren. Dunkler Fleck. Er wurde dann auch nicht zur Hochzeit eingeladen.

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Als Willem seine Máxima 1999 auf einer Party in Sevilla kennen lernte, sei er gleich Feuer und Flamme gewesen, lesen wir. Gut, man kennt solche Partys. Auf Details gehen wir hier nicht ein. Wenn Ihr mehr wissen wollt, liebe Kinder, fragt wie immer die Mutti. Allerdings: "Bei Máxima dauerte es ein bisschen mit der tiefen Zuneigung, Willem-Alexander half mit Geschenken nach", so "Spiegel online". Man kennt das. Oft helfen Schmuck, Armbänder, sogenannte Prinzenrollen. Nach der Hochzeit habe sich Máxima dann beeilt, "eine Vorzeige-Holländerin zu werden", was überhaupt nichts Unanständiges ist. Sie habe "so eine Art Holland-Examen" gemacht. Wie meinen? Nein, man kann das sicher nicht mit unserem Ostfriesen-Abitur vergleichen.

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Nun naht sie allüberall heran, die Zeit, in der die Ernte eingefahren werden soll. Denn eine alte Bauernregel lautet: "Steuerfahndung im Mai//April vorbai". Wenn man den neuen Fünf-Euro-Schein kippt, wechselt die Farbe der aufgedruckten "Fünf" von smaragdgrün auf bayernrot und es erscheint anstatt der "Europa" das Antlitz des Uli Hoeneß... kleiner Scherz. Keine Vorverurteilung! Manche nennen ihn immer noch "Uli, die Unschuld von Ulm". Dort wurde er nämlich geboren. Sehr gutes Pflaster dort, berühmte Menschen stammen aus Ulm, streitbare offenbar, zum Beispiel auch Claudia Roth, quasi die Máxima der Grünen. Aber man sieht auch, dass mal wieder alles mit allem zusammenhängt. Das Licht der Welt erblickte in Ulm nämlich auch die berühmte Autorin und Sängerin Hildegard Knef (1925-2002). Ihren Durchbruch als Schauspielerin feierte sie 1951. Der Film wurde zum Skandal, unter anderem, weil die Knef einige Sekunden lang obenherum unbekleidet zu sehen war. Richtungsweisend jedenfalls der Filmtitel: "Die Sünderin" - womit der Weg zu den sogenannten Steuersündern vorgezeichnet war. Ferner: Ein berühmtes Lied der Knef hat den Text "Eins und Eins, das macht Zwei." Klarer Hinweis auf Zinsspekulationen.

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Und nicht zuletzt: Auch Albert Einstein (1879-1955) wurde in Ulm geboren, Vater der Relativitätstheorie, deren Kernaussage bekanntlich lautet: "Elf Flaschen in der Fußballmannschaft sind relativ viel, elf Flaschen im Weinkeller sind relativ wenig." Nein, ein Witz. Aber doch schon die klare Richtung: drei Millionen hinterzogene Steuern, zwei Jahre Gefängnis ohne Bewährung - alles ist relativ.

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Aber vielleicht kommt es ja gar nicht so weit. Denn: Da gibt es bei Steuerdelikten ja die strafbefreiende Selbstanzeige, das ist quasi der Fallrückzieher des deutschen Strafrechts. Wäre auch was für die Politik. Bereuen, bekennen. Peter, the Body-Mass-Index Altmaier sagt: "Ich esse unregelmäßig." Steinbrück, Moneten-Peer, wie wir ihn nennen, sagt: "Ich hab‘ derzeit kaum Einkommen." Günther, the Englishman Oettinger, says: "I can still not one time Swedish" (Ich kann noch nicht einmal Schwäbisch). Ex-Präsident Clinton, Bill, the Thrill, wie wir ihn nennen, sagt: "Ich hatte Sex mit Monica Lewinsky, aber sie hat mich dazu gezwungen."

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Zurück zu Uli H., sein Leben war vorgezeichnet. Fußball, dieses Metier ist ja voll von Finanzderivaten. Schon mit 27 hatte Uli einen Knieschaden. Nun kann man zwar sagen: besser Knie als Dach. Aber ihm drohte die Bank. (Ersatzbank). Da machte er ein kluges Investment mit Humankapital, er brachte nämlich seinen Bruder Dieter zu Bayern München, und die machten Uli aus Dankbarkeit zum Manager. Dieter Hoeneß, das ist der, der im Fernsehen immer gezeigt wird, wie er mit einem schon blutigen Kopfverband noch Kopfbälle aufs Tor wuchtet. Er hat aber, wie auch Uli, Abitur. Und es gibt weitere assoziative Verknüpfungen zwischen Fußball und Steuerhinterziehung: "Der Hofgang ist rund und die nächste Hausdurchsuchung ist immer die schwerste." Oder nehmen wir den Begriff des "Abräumers". Im Fußball sind das Leute wie Mats Hummels oder früher Jürgen Kohler, wobei dessen Name alleine schon ein pekuniärer Bezug ist. Der Abräumer hieß früher "Manndecker", ehe dieser Begriff abgeschafft wurde, um Emanzen zu beruhigen. Aber auch da die klare finanzielle Anspielung: Ist der Scheck gedeckt?

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A propos. In Bayern rollen Köpfe von CSU-Parlamentariern. Böse Zungen behaupten, Ministerpräsident Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, habe das erst gar nicht kapiert und gebrüllt: "Okay, Ihr habt Eure Ehefrauen in Euren Büros für Euch schuften lassen. Aber wieso habt Ihr ihnen denn dafür Geld bezahlt??!!"