Ich glaub', mein Volvo knutscht 'nen Elch

Ein Drogenschnelltest für Piloten? Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte schon schlechtere Ideen über Weihnachten. Foto: dpa

Über die Feiertage sind manche Politikerinnen und Politiker in sich gegangen, haben tief in sich hineingeschaut und -gehorcht, sind dabei zu Tode erschrocken und haben sich...

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. Lange nichts mehr gehört von einem unserer Lieblingsminister, Alexander „the little Seehofer“ Dobrindt (CSU). Der Einzige, dem's vor der Maut//nicht graut. Die EU hat dann aber nur kurz und trocken gelacht und das Ding auf Eis gelegt. Dobrindt hat sie also versaut//die Maut. Wo es dunkel wird, do brindt ein Licht. Ein ganz kleines allerdings nur.

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Jedenfalls hat Dobrindt jetzt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erzählt, er plane bei Flugzeugpiloten unangemeldete Kontrollen auf Alkohol, Medikamente und Drogen. Bösen Zungen zufolge hegte Dobrindt schon früher solche Pläne, allerdings mit dem Anwendungsgebiet „CSU-Parteitage“, konnte sich damit aber erstaunlicherweise nicht durchsetzen. Vielleicht ist dem Dobrindt die Idee zu Weihnachten gekommen, als er Rudolf, das rotnasige Rentier im Fernsehen sah. Dobrindt sagte, er werde „eine Regelung auf europäischer Ebene anstoßen“. Der Begriff „anstoßen“ erscheint da allerdings in neuem Licht. Und auf europäischer Ebene, so sagen viele, haben sie angesichts der auf Eis gelegten Maut-Pläne Dobrindts schallend gelacht und gesagt: „Der Quartalsirre ist wieder da. Diesmal will er sich auf Drogen testen lassen. Immerhin.“

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Die Pilotenvereinigung Cockpit kritisierte laut dpa die unangemeldeten Tests, weil sie „eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht“ stellten. Also so Richtung „LSD – Lucy in the sky (!!) with diamonds“ und „runter kommen sie immer“. Das ist genau das, was hunderttausende von Autofahrern seit Jahrzehnten beklagen: Unangemeldete Kontrollen stellen weite Teile der Bevölkerung, nämlich alle hackedichten Autofahrer/Innen unter Generalverdacht. Unerhört!

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In Schweden sollten dagegen Alkotests für Elche unbedingt erwogen werden. Kein Scherz: Schon im November berichtete die „Frankfurter Rundschau“ warnend vom Anruf, den der Friseurmeister Rolf Stamberg in Westschweden erhielt: „Auf deinem Volvo sitzt ein Elch.“ Gut, wo sollen die armen Tiere sonst auch hin, wenn die Ikea-Sofas so klein sind? Den Begriff „Elchtest“ sehen wir dann aber mit anderen Augen. Für die Elche sei im Herbst anfallendes verfaultes Fallobst mit hohem Promillepotenzial eine absolute Delikatesse, lesen wir, und: „Warum muss ausgerechnet auch in diese Zeit die Brunft fallen, die nun mal nicht jeder würdevoll durchsteht?“ Eben. Die Kollegen/Innen von der „Frankfurter Rundschau“ scheinen zu wissen, wovon sie reden. Und wir lernen: Auch so ein Elch ist halt nur ein Mensch. Und angeblich hat der Herbst ja ohnehin noch seine schönen Tage.... Liebe Kinder, zu Einzelheiten fragt wie immer die Mama. Geschildert wird dann noch, wie Jäger drei Elche, zwei Bullen und eine Kuh, retten mussten, die beim Brunftverhalten in einem Moor zu versinken drohten. Ging aber alles gut. Das Moor hat seine Schuldigkeit getan, das Moor kann geh‘n, oder so.

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Wie auch immer: „Betrunkene Elche randalieren vor Altersheim“ sei im Herbst eine typische Schlagzeile in Schweden. Da hilft nur eins. Nobby Blüm muss hin und den Elchen sagen: „Die Rente is‘ sischer.“ Nur aufpassen, dass die Rentiere keinen Wind davon kriegen. Sonst fordern sie eine extra Rentier-Rente. Daher kommt ja auch der Begriff „es rentiert sich“.

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Das Bundeswirtschaftsministerium, kein Scherz, will die Bundesländer bei der Überprüfung „technisch komplexer Produktgruppen“ unterstützen. Es geht um Energie-Effizienz, zum Beispiel bei Wäschetrocknern und Staubsaugern. Bundeswirtschaftsminister ist, um das mal in Erinnerung zu rufen, Sigmar Gabriel, Stromlinien-Siggi, wie wir ihn nennen. Böse Zungen malten sich nun schon aus, wie Siggi höchstselbst in die Trommel vom Wäschetrockner klettert, nach drei Stunden wieder rauskommt und sagt: „Brrrrr! Im Vergleich zum letzten SPD-Bundesparteitag war das ein Zuckerschlecken.“ Warum nicht, das Rotationsprinzip in der Politik ist ja schon alt, die Grünen hatten es damals eingeführt. Einen Sonderaspekt beklagt die Stiftung Warentest: Der Stromverbrauch „von Staubsaugern mit sich füllendem Beutel“ steige. Im Wirtschaftsministerium haben sie dann überlegt, wie der Siggi auch das persönlich testen könnte. Die Ministerialen stießen auf Loriot und fragen sich nun, ob „Es saugt und bläst der Heinzelmann//wo Siggi sonst nur saugen kann“ ein guter Slogan wäre.