Jazz-Sänger und Moderator Bill Ramsey gestorben

Bill Ramsey, deutsch-amerikanischer Sänger, ist nun im Alter von 90 Jahren gestorben.  Archivfoto: dpa

Der beliebte Schlagersänger starb am Freitag im Alter von 90 Jahren in Hamburg. Der aus Cincinnati (Ohio) stammende Entertainer hatte lange in Wiesbaden gelebt.

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WIESBADEN/HAMBURG. Sein charmanter US-Akzent und die großen Karos seiner Anzüge waren sein Markenzeichen. „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“: Mit diesem Schlager bescherte Bill Ramsey einen wahren Ohrwurm. Der beliebte Entertainer, Jazz-Sänger und Moderator, der lange in Wiesbaden gelebt hat, ist nun in Hamburg gestorben. Dort konnte er noch im April seinen 90. Geburtstag feiern.

Der 1931 in Cincinnati (Ohio) geborene US-Amerikaner hatte an der Yale-Universität studiert und dort schon Jazz und Blues gesungen. 1952 kam er als GI im Air-Force-Militärdienst nach Frankfurt und sang hier bereits im „Jazzkeller“. In Wiesbaden, wo er seine Frau Petra kennenlernte, wurde Ramsey lange heimisch, trat in den Rhein-Main-Hallen auf und machte oft aus dem Wiesbadener Kurhaus seine persönliche Music-Hall. In seiner Wiesbadener Zeit – von 1979 bis 1991 – war er in der hessischen Hauptstadt immer wieder präsent.

Zahlreiche TV-Sendungen moderiert

Von hier aus führten seine Tourneen durch Europa, aber auch in den USA stand er oft auf der Bühne. Einem großen Publikum wurde der Entertainer, seit 1984 deutscher Staatsbürger, durch zahlreiche TV-Sendungen bekannt. Bill Ramsey wirkte aber nicht nur in vielen Filmen mit, sondern moderierte auch zahlreiche Sendungen wie den beliebten „Talentschuppen“ von 1974 bis 1980. Auch die „Show ohne Schuh“, die er von 1973 bis 1982 führte, war von seinem besonderen Charme geprägt.

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Ramsey, auch Dozent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg, wurde 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, für seine, so die Begründung der Jury, „weltoffene Persönlichkeit, gepaart mit einer positiven Lebenseinstellung und gekrönt von meisterlicher vokaler Souveränität“.