Karawanen-Abenteuer

Mit "Five Tribes - Der Dschinn von Naqala" ist dem Verlag Days of Wonder ein herrliches Spiel geglückt. Foto: Verlag Days of Wonder

„Five Tribes – Der Dschinn von Naqala“ - hinter diesem merkwürdigen Titel verbirgt sich ein wunderbares Strategiespiel.

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. Zugegeben: So ganz neu ist „Five Tribes – Der Dschinn von Naqala“ nicht mehr. Days of Wonder hat es bereits im Herbst 2014 veröffentlicht. Doch weil der französische Spieleverlag seine Produkte ausgesprochen schlecht vermarktet, verschwand das gute Stück rasch wieder aus den Regalen. Was ein bisschen schade ist – denn hinter dem merkwürdigen Titel verbirgt sich ein wunderbares Strategiespiel.

Ein wenig Zeit sollte man schon mitbringen, wenn man mit seiner Karawane das sagenumwobene Sultanat von Naqala erreicht. Für unsere erste Partie haben wir locker zwei Stunden gebraucht. Das Spiel von Bruno Cathala verwendet viele Elemente – neben einem sehr variablen Spielplan gehören dazu auch jede Menge Figuren und Karten. Ein sehr genaues Regelstudium zu Beginn lohnt sich also.

Abwechslungsreiche Spielsituationen

Zunächst werden auf den 30 Spielplan-Feldern verschiedenfarbige Figuren verteilt. Diese gilt es geschickt anzusetzen. Ihre Anzahl auf dem Ausgangsfeld bestimmt, wie weit der Spieler ziehen darf. Und weil er jeweils ein Figürchen pro übersprungenem Feld zurücklassen muss, ändert sich die Situation ständig. Die Figuren wiederum lösen auf dem Zielfeld je nach Farbe unterschiedliche Aktionen aus. Es gibt Meuchelmörder und Baumeister und verschiedene Sippen. Für die einen darf man sich Rohstoffkarten kaufen, bei den anderen geht es um den Gewinn von Mehrheiten. Und wieder andere helfen beim Erwerb von Karten, die dem Spieler Sonderfunktionen ermöglichen.

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Viele Wege führen also zum Ziel. Bei der großen Schlussabrechnung – es geht wie immer um Punkte, Punkte, Punkte – zählen allein acht Kriterien. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, erlebt ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Spiel. Für die Reihenfolge wird geboten, was gerade in der Schlussphase zu regelrechten Bieterschlachten führt – schließlich werden die attraktiven Figuren mit jeder Runde weniger.

Fazit: Interessante Mechanismen, viel Abwechslung, tolles Spielmaterial und ein hübsches Design: „Five Tribes“ ist rundum gelungen. Keine Partie ähnelt der anderen, jeder Zug ist bedeutsam. Da lohnt sich auch mal ein längeres Grübeln. Genau das richtige Abenteuer für Strategen. Für Gelegenheitsspieler dürfte es aber ein bisschen zu komplex sein.

Spiel: Five Tribes – Der Dschinn von Naqala; Verlag Days of Wonder Zahl der Spieler: 2-4 Preis: 40 Euro Alter: ab 13 Jahren Dauer: 90 Minuten Anleitung: sehr gelungen Spielmaterial: gut