Legat für Bayern!

Champions-League-Aus im Halbfinale: Der FC Bayern ist zum dritten Mal in Folge am Boden. Foto: dpa

Der blanke Horror, diese Champions League. Andreas „Andy“ Möller würde es wahrscheinlich so ausdrücken: „Madrid oder Madrid, egal, Hauptsache Madrid.“ Furchtbar.

Anzeige

. Wir müssen an dieser Stelle mal etwas sagen, was political total unkorrekt ist, aber es muss einfach raus: Es interessiert keine Sau, ob Bayern München 248 Mal in Folge Deutscher Meister wird. Auch Eintracht Braunschweig war mal Deutscher Meister und sogar der VfL Wolfsburg. Glaubt man gar nicht mehr. Aber: Die Wahrheit is‘ in der Champions League. Und da ist es halt offenkundig schlecht, wenn man sich für unglaublich Kohle einen durchgeknallten kahlköpfigen Spanier als Trainer an Land zieht, der sich keine grauen Haare wachsen lässt, jedenfalls nicht auf dem Kopf, sondern weiterzieht nach Manchester, wo zwar seine Haare auch nicht wachsen, aber sein Bankkonto.

*

Ganz anders Jürgen „Kloppo“ Klopp, früher Mainz 05, praktisch einer von uns. Hat sich vor einiger Zeit, kein Scherz, wir berichteten darüber, in einer Privatklinik im Düsseldorfer Nobel-Hotel „Breidenbacher Hof“, mit uns leider weder verwandt noch verschwägert, zur Aufforstung ein paar neue Haare einpflanzen lassen. Da kennt er nix, da macht er sich keinen Kopp, der Klopp. Und jetzt kann er den Gegnern ganz anders die Stirn bieten. Klopp ist quasi zum Kopfballungeheuer unter den Trainern geworden und hat mit dem FC Liverpool das Finale der Europa League erreicht. Statt Lerchenberg Liverpool, die Beatles sind stolz. All you need ist Kloppo.

*

Anzeige

Der FC Bayern München könnte einen Haufen Geld sparen, denn um Deutscher Meister zu werden würde es ihnen auch reichen, Thorsten Legat als Trainer zu verpflichten. Thorsten Legat, geben Sie es zu, ist den meisten bekannt aus dem RTL-Dschungelcamp, wurde aber als Trainer, wie wir FAZ.net entnehmen, gerade diese Woche frei, nachdem er als Coach des FC Remscheid in der Landesliga Niederrhein hingeworfen hat. Dort war er im Oktober 2015 eingeliefert word..., Pardon, eingestellt worden und avancierte fast zum Kultstar als er – offenbar beim Versuch, das Literarische Quartett des ZDF zu toppen – Sätze für die Ewigkeit formulierte. Beispiel eins: „Ich kann in den Köpfen der Spieler eins sagen: Dass sich andere Zeiten in Remscheid ändern.“ Beispiel zwei: „Ich weiß, mit wem ich rechnen kann. Es interessiert mich aber auch nicht.“ Laut böser Zungen ist daraufhin zweierlei passiert. Zum einen sollen Angela Merkel und Horst Seehofer unabhängig voneinander das zweite Beispiel stillvergnügt lächelnd gelesen und mit dem Kopf genickt haben. Zum anderen erwog, wie es heißt, der Fernsehsender „Arte“, Legat von RTL abzuwerben, um mit ihm ein eigenes Format „Lesen mit Legat“ einzuführen, was aber angeblich an der Ablöseforderung von RTL in Höhe von einhundertfünfzig Euro und 15 Cents scheiterte, wobei die 15 Cents angeblich Flaschenpfand waren. Jetzt also wartet Legat sicher auf einen Anruf von Kalle „Rotbäckchen“ Rummenigge und denkt sich: Ruf!! Mich!! An!!

*

Alte Bauernregel: Marder im Mai//April vorbei. Wir entnehmen der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Marder einen Kurzschluss im größten Teilchenbeschleuniger der Welt auslöste und die 27 Kilometer lange Anlage zeitweise lahmlegte. Wobei „lahmlegen“ auch nicht mehr das ist, was es mal war, wenn man sich die wankelmütigen Abwehrleistungen des FC Bayern München und seines langjährigen Kapitäns betrachtet.

*

Kommen wir zu wirklich lustigen Dingen. „Der Spiegel“ (Ausgabe 18/2016, S. 104 ff.) fragt: „Warum sterben Männer früher als Frauen?“ Man könnte banal mit einem deutschen Sprichwort antworten: „Die Weiber und der Suff//die reib‘n den Menschen uff.“ Im Ernst, liebe Geschlechtsgenossen, Mitkämpfer, Leidensgefährten, wir kennen die Antwort, sagen sie aber nicht, damit sich nicht ein Shitstorm über uns ergießt. Der für seine praktische Lebenshilfe bekannte „Spiegel“ gibt unter anderem diesen interessanten Hinweis: Die Entfernung der Hoden, in denen große Mengen Testosteron produziert werden, müsse „wie eine ultimative Anti-Aging-Kur wirken. Wahr ist: Kastraten leben deutlich länger.“ Und noch ein großartiger Trost: Bei etlichen Vogelarten, darunter Eichelspecht, Graudrossling (nicht zu verwechseln mit Grauburgunder) und Pfeifschwanz (was auch ein netter Spitzname für Schiedsrichter-Vollpfosten wäre) leben die Männchen in der Regel länger als die Weibchen. Na dann.