Mutti steil in der Tiefe des Raums

Helmpflicht beim DFB? Foto: dpa

Der DFB erwägt, eine Helmpflicht für den Fall einzuführen, dass Kanzlerinnen die Umkleidekabine der Herren-Fußballnationalmannschaft noch öfter heimsuchen.

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. Schon 2010 wäre dem armen Özil vor Schreck fast das Handtuch von der Hüfte gerutscht, als Merkel plötzlich vor ihm stand. Heuer entnehmen wir der Boulevardpresse, Jogi Löw habe die Kanzlerin in der Kabine nach dem Portugal-Spiel nur kurz begrüßt, weil er zum Interview musste. Die Wahrheit ist: Er war sauer und eifersüchtig, weil sie noch schöner frisiert war als er. Es gab Selfies: einzelne Spieler mit nacktem Oberkörper. Lieber von Mutti fotografiert als vom Leben gezeichnet.

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Ob das sein muss? Leute, gönnt der armen Frau doch mal was! Was hat sie denn sonst so um sich? Sigmar Gabriel. Peter Altmaier. Den Pofalla ist sie losgeworden. Der wird jetzt, so entnehmen wir der Deutschen Presse-Agentur, Konzernbevollmächtigter der Bahn, "um die Kontakte zur Politik zu pflegen". Also zu sich. Er fährt dann mit der Bahn zu sich. Gaaanz langer Tunnel. Obwohl Pofalla für die Bahn arbeitet, führt die Bahn seltsamerweise keine allgemeine Helmpflicht für Zugreisende ein.

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Wir hatten es kommen sehen. "Merkel will Löws Glücksfee sein", schrieben wir am 13. Juni in dieser unserer Zeitung. Eine Fee, so entnehmen wir Wikipedia, sei ein "mit höheren Kräften begabtes Fabelwesen, das sowohl männlich als auch weiblich sein kann." Aber nicht gleichzeitig, so verstehen wir das. Wir lesen weiter: "Feen werden überwiegend als heiter, besonders schön und niemals alternd beschrieben." Na bitte. Özil kann das sicher bestätigen. Im Märchen kann eine Fee auch mal böse sein, zum Beispiel in "Dornröschen" von den Gebrüdern Grimm - klar, Gebrüder Grimm, grimmige Fee. Dort wurde nach langem Warten einem König endlich eine Tochter geboren. Da lud der König seine Untertanen zum Fest, darunter zwölf Feen. Wahrscheinlich die damalige Frauen-Fußballnationalmannschaft samt Trainerin. Die 13. Fee, die nicht eingeladen wurde, verhängte einen Fluch über das Kind, sodass es sich mit 15 an einer Spindel stach und in Tiefschlaf verfiel. Wieder mal hängt alles mit allem zusammen, denn wahrscheinlich hat sich auch Cristiano Ronaldo vor dem 0:4 gegen unsere Mannschaft an seinem Stielkamm gestochen, an dem noch Gel klebte, oder sein Trikothöschen war diesmal so knapp, dass ihm die Luft oder sonst was weggeblieben ist, jedenfalls fiel auch er in Tiefschlaf. Bei "Dornröschen" fielen alle in Tiefschlaf und über das Schloss wuchs eine undurchdringliche Dornenhecke. Aber angeblich ist das auch heute noch so im Schloss Bellevue und im Bundestag, wenn Parlamentsferien sind. Dann die übliche Nummer: Prinz kommt, wachküssen, Hochzeit, trallala. Gott sei Dank sah der Prinz nicht aus wie Peter Altmaier, sonst hätte die Prinzessin gesagt: "Da nehm‘ ich doch lieber den Frosch."

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Liebe Kinder, Mütter und Public Biertrinker, wir erzählen Euch jetzt mal das Märchen von der Chile-Fee. Es war einmal ein König, der war ein Schürzen- und Elefantenjäger und brach dabei Herzen und sich selbst das Hüftgelenk. Eines Nachts erschien ihm die Chile-Fee und sprach: "Höre, Don Juan. Genug gebrochen. Am 18. Juni holst Du Dir Deine Papiere, und auch Deine Gurkentruppe, die da in Brasilien herumdilettiert, macht den Abflug. Vamos, muchachos."

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Nach tagelanger Recherche erfuhren wir, "Fee" sei auch der Name eines Weichspülers! Und auf www.ciao.de lasen wir hingerissen den Testbericht von "Carmen 118": "Eines Abends war ich bei uns in der Kneipe und dachte: Mmhh, was duftet hier so?" Nein, Carmen 118 war nicht in der Kneipe, in der Poldi und Schweini die Sau rausließen, nachdem sie vor der Kanzlerin aus der Kabine geflüchtet waren. Carmen 118 schreibt, der Duft sei "herrlich" gewesen - aber, nein, in der Kneipe war auch nicht Jogi Löw mit Nivea for men, sondern einfach ein Typ mit einem Pullover, der mit "Fee" gewaschen war. Heißt: Mit Fee, auch unter dem Künstlernamen "Angie" bekannt, kann einfach alles super weichgespült werden.

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A propos Weichspüler. Das Schärfste bei dieser WM ist ja dieses Freistoß-Spray. Womit ein weiterer Eckpfeiler des modernen Fußballs aus der Dose kommt: Dosenbier und Freistoß-Spray aus der Sprühdose. Wir sagen: Danke, im Namen der Dose. Zuerst gab es Sorgen, die Kolumbianer könnten sich sofort auf den Boden werfen und versuchen, sich das Zeug reinzupfeifen. Aber angeblich hat Carmen 118 den Kolumbianern eine Mail geschrieben: "Lasst es. Das Zeug ist in Wahrheit Fee und dröhnt null."