Neue Dimension

Ja-Cheol Koo. Archivfoto: rscp

Noch nie hat der FSV Mainz 05, der sonst gern im Verborgenen nach Transfer-Schnäppchen jagt, so hartnäckig und offensiv um einen Fußballprofi geworben wie um Ja-Cheol Koo.

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. Es ist ein Königstransfer und der Vorstoß in eine neue Dimension. Noch nie hat der FSV Mainz 05, der sonst gern im Verborgenen nach Transfer-Schnäppchen jagt, so hartnäckig und offensiv um einen Fußballprofi geworben wie um Ja-Cheol Koo. Alle Kritiker, die Manager Christian Heidel und Trainer Thomas Tuchel immer wieder vorhalten, bei Verpflichtungen das Risiko zu scheuen, werden zugeben müssen: Der Koo-Kauf ist ein starkes Signal an die Bundesliga, dass Mainz 05 es sich mittlerweile leisten kann (und will!), den gestandenen Kapitän eines WM-Teilnehmers von einem Klub wie dem VfL Wolfsburg loszueisen.

Das lange öffentliche Buhlen um den Südkoreaner zeigt, dass die 05er von ihm sportlich grenzenlos überzeugt sind und Großes von ihm erwarten. Tuchel wird in den nächsten Monaten bei der Bestückung seiner Offensive viel Fingerspitzengefühl benötigen, er steht vor einer für ihn neuen Situation: Koo, Torjäger Nicolai Müller, Filigrandribbler Eric Maxim Choupo-Moting, der aufstrebende Yunus Malli, der hoch talentierte Todor Nedelev, der letztjährige Wintertransfer Niki Zimling - so viel Potenzial hat sich in Mainz noch nie getummelt.

Für Tuchel ein Luxusproblem und auf lange Sicht eine weise Personalpolitik: Mit Koo und Nedelev hat Heidel schon jetzt für den Fall vorgesorgt, sollten Choupo-Moting (Vertrag läuft aus) und Müller (Vertrag bis 2015, aber durchaus begehrt) im Sommer gehen.

Von Ulrich Gerecke