Rehberg: Der deutsche Fußball sollte sich deutlich gegen...

Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt laufen die Fußballer von Borussia Dortmund ohne Hauptsponsor auf der Brust auf. Stattdessen wird dort eine Botschaft gegen Rassismus stehen. Foto: dpa

Mit Borussia Dortmund bezieht ein Fußball-Bundesligist ganz deutlich Stellung gegen Rassismus. Unser Kolumnist Reinhard Rehberg würde es begrüßen, würden sich weitere...

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. Borussia Dortmund, das ist seit Jahren bekannt, hat ein massives Problem mit rechten Gruppierungen, die sich in der schwarz-gelben Fanszene festgesetzt haben. Diese Auswüchse müssen viele Profiklubs im Auge behalten. Der BVB stellt sich seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung. An diesem Freitagabend laufen die Dortmunder Profis in der Heimpartie gegen die Frankfurter Eintracht auf mit einer Botschaft „Gegen Rassismus“. Der Trikotsponsor des BVB hat die Werbefläche auf dem Spielhemd freigegeben für diese Aktion.

Ein starkes Signal. Und nur wenige Tage nach den Vorkommnissen in Chemnitz und in Köthen ist das ein schnelles Signal. Die Öffentlichkeitswirksamkeit des Fußballs ist unbestritten. Es wäre begrüßenswert, würden sich weitere Bundesligisten, Zweitligisten und Drittligisten der Bewegung anschließen. Die Botschaften erreichen viele Menschen – in den Stadien, an den Fernsehschirmen, auch über die Nach-Berichterstattung in den Medien.

Fußball darf es nicht zulassen, dass sich Leute mit braunen Gedanken Gehör verschaffen

Die Tendenz, dass sich braunes Gedankengut über Fangruppierungen in der Fußballszene einnistet, ist seit Jahren unübersehbar. Das entspricht der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Rechte Gruppen und rechtes Gedankengut, Rassismus, Diskriminierung, Gewalt gegen Ausländer, gegen Menschen mit Migrations-Hintergrund, gegen Andersdenkende und Andersfühlende, Angriffe auf das Grundverständnis von Demokratie, diese Umtriebe sind auf dem Weg, in einem schleichenden Prozess wieder salonfähig zu werden. Unterstützt von entsprechend denkenden Mitgliedern des Deutschen Bundestages.

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Der Fußball ist interessant für Rechtsradikale, nicht nur in der Hooligan-Szene. Der Fußball darf es nicht zulassen, dass sich unter dem Deckmantel der positiv besetzten Fankultur Leute mit braunen Gedanken Gehör verschaffen, Anziehungskraft entwickeln für verirrte Geister. Grundsätzlich ist der Sport, sind Vereine auf der Freizeitebene die Integrations-Plattform Nummer eins in diesem Land. Auch für Flüchtlinge. Und wenn aus dieser Gruppe Sportler zu Erfolgen beitragen, dann werden sie bejubelt. Auch im Profifußball. Dass aber in Foren und Leserbriefen ausländische, insbesondere dunkelhäutige Fußballer vereinzelt wieder diskriminiert werden, ist eine Schande. Verbände und Vereine sind aufgerufen, dagegen klare Zeichen zu setzen. Borussia Dortmund hat damit begonnen. Unterstützt von einem zivilgesellschaftlichen Aktionsbündnis gegen rechts. Es wäre wünschenswert, dass diese Aktion bundesweit Nachahmer findet.